Kinderschutz: Signale müssen besser gehört werden

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Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 09.11.2019 07:43 Uhr

REGION STEYR-KIRCHDORF. Sechs Mal setzt ein Kind, das von Misshandlung oder Gewalt bedroht oder betroffen ist, Zeichen oder stille Hilferufe an Erwachsene, ehe jemand reagiert oder hilft. Das sagt die Statistik.

„Wir arbeiten daran, dass kein Signal eines Kindes übersehen oder überhört wird“, sagt Sonja Farkas. Sie leitet das Kinderschutzzentrum Wigwam Steyr-Kirchdorf, das soeben sein 20-jähriges Bestehen feiert und offenbar noch viel zu tun hat.

Gewalt in vielen Familien

Obwohl Gewalt in der Erziehung in Österreich seit 30 Jahren verboten ist, kommt mehr als die Hälfte der Eltern nicht ohne Gewalt aus. Und das obwohl die meisten der Eltern gewaltfreie Erziehung umsetzen möchten. „Unter Gewalt an Kindern und Jugendlichen verstehen wir sexualisierte Gewalt, physische Gewalt, psychische Gewalt oder Vernachlässigung“, erklärt Farkas. Seit der Gründung im Jahr 1999 haben rund 2.400 Familien aus der Stadt Steyr und den Bezirken Steyr-Land und Kirchdorf im Wigwam Unterstützung gesucht und gefunden. Allein im Vorjahr haben die Experten an den beiden Standorten Steyr und Kirchdorf 820 Stunden Psychotherapie für betroffene Kinder und Jugendliche geleistet. „Mit Therapie alleine ist es nicht getan. Ganz wesentlich für den Kinderschutz ist auch die Unterstützung der Eltern und Angehörigen“, sagt Farkas.

Fingerspitzengefühl

50 Kinder haben im Vorjahr bei Verfahren das Angebot einer Prozessbegleitung durch Wigwam in Anspruch genommen. Dabei werden die gewaltbetroffenen Kinder im Falle von Strafprozessen auf Einvernahmen bei der Polizei und beim Gericht vorbereitet, begleitet und rechtlich unterstützt. „Hier ist enorm viel Fingerspitzengefühl gefragt. Die Kinder und Jugendlichen stehen unter großem emotionalem Druck, wenn sie unter Umständen gegen nahe Angehörige aussagen müssen“, so Farkas. „Wir müssen sie auch darauf vorbereiten, dass Recht und Gerechtigkeit – und vor allem, was Kinder darunter verstehen – weit auseinanderklaffen können.“

 

1999 startete das Kinderschutzzentrum Wigwam mit drei Mitarbeitern. Aktuell sind acht Teilzeitkräfte (Therapeuten und Sozialarbeiter) beschäftigt. 2018 wurden 260 Familien betreut.

Weitere Infos: www.wigwam.at

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