Neuzeuger hilft im Flüchtlingslager in Korinth

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Robert Hofer Robert Hofer, Tips Redaktion, 10.08.2020 06:42 Uhr

NEUZEUG. Mit dem ersten Schiff nach der Wiederaufnahme des Fährbetriebes hat sich Jorgos Trompeter mit einem Hilfstransport von Venedig auf den Weg nach Griechenland gemacht. Der 63-Jährige schildert den Tips-Lesern seine Erlebnisse.

„Für mich war diese Reise ein Hilfstransport und eine Projektreise zugleich, weil ich viele Hilfsgüter mit hatte, es aber auch um mein neues karitatives Buchprojekt gegangen ist. Rückblickend kann ich sagen, dass es zwar die mit Abstand schwierigste Reise meines Lebens war, aber auch die berührendste und vielleicht sogar erfolgreichste, aber auch eine der schönsten“, so Trompeter.

Furchtbare Zustände im Flüchtlingslager

„Im Flüchtlingslager Korinth hatte ich unvergessliche menschliche Begegnungen mit Familien mit Kindern. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich so viel Freude bei Kindern gesehen, die eine Tafel Zotter-Schokolade, eine Packung Manner-Wafferl und ein T-Shirt bekommen haben. Für mich ist es ganz und gar unfassbar, wie glücklich diese Kinder unter diesen furchtbaren Umständen und Zuständen trotzdem sind. Obwohl diese Menschen zu fünft oder gar zu sechst in winzig kleinen, primitiven Verschlägen regelrecht zusammengepfercht sind, wurde ich immer wieder herzlichst eingeladen zum Essen und zum Trinken“, schildert der Neuzeuger

Strenge Maßnahmen 

Die Anreise war mit strengen Maßnahmen und Regeln verbunden. QR-Code beantragen, Formulare ausfüllen, mögliche Quarantänemaßnahmen in Kauf nehmen und einplanen, Fiebermessen, Maskenpflicht, Polizeiaufgebot mitten in der Nacht bei der Ankunft am Hafen Patras. Ähnliches erwartete Trompeter auch bei der Rückreise.

Hilfe für Achmed

Im Zentrum für behinderte Kinder in Voula lernte Trompeter Achmed kennen, dem vom Spendengeld aus dem Buchverkauf eine Augensteuerung für den PC ermöglicht werden konnte. Zuvor konnte sich der junge Grieche nur mit Ja (Augenzwinkern) und Nein (Zunge herausstrecken) mit seiner Umwelt verständigen. Mit Hilfe der Augensteuerung kann sich Achmed, der sehr intelligent ist, nun endlich verständigen. „Bei meinem neuen Projektpartner Khora-Athen werden für Flüchtlinge und bedürftige Menschen in einer 'Social Kitchen' täglich 900 Essen zubereitet und kostenlos ausgeteilt. Khora bietet auch eine kostenlose Rechtsberatung für Flüchtlinge an und betreibt in Athen einen 'Free Shop', in dem Flüchtlinge kostenlos mit Bekleidung versorgt werden. Shedia Home wiederum kümmert sich um obdachlose Menschen und betreibt eines der besten Restaurants Athens“, erzählt Jorgos Trompeter.

Neues Buch in Vorbereitung

Gleichzeitig arbeitete Trompeter während der Reise auch an seinem neuen karitativen Buchprojekt „herzgereist & herzgespeist“. Es soll eine Mischung aus bebilderten, illustrierten Reiseerzählungen und Kochbuch mit vegetarischen und veganen Rezepten werden. Es geht in dem Buch ums Reisen, ums Speisen und ums Genießen, wobei die Rezepte etwa die Hälfte des Buches einnehmen werden. Einige der besten Köche Griechenlands konnte der Neuzeuger während seiner Projektreise als Gastautoren für sein neues Buchprojekt gewinnen.

Besonderes Werk

„Ich bin sehr zuversichtlich und optimistisch, dass mit “herzgereist & herzgespeist„ gerade ein ganz besonderes Werk im Entstehen ist. Ich denke da an die so vielen prominenten und bekannten Gastautoren, aber natürlich auch daran, dass ich von Flüchtlingsfamilien aus den Lagern Moria auf Lesbos und Korinth laufend vegetarische und vegane Rezepte aus deren Heimatländern bekomme. Da sind wahre Rezeptschätze dabei! Und die Flüchtlingskinder machen wundervolle Zeichnungen von den fertigen Gerichten dazu. Das ist so unglaublich herzzerreißend berührend. Die Präsentation des Buches soll im Frühjahr 2021 im Rahmen eines großen Benefizfestes zugunsten notleidender Kinder stattfinden. Wenn weiterhin alles so gut verläuft, dann könnte sich das zeitlich ausgehen“, sagt der 63-Jährige.

Treffen mit alten Freunden

In Athen stand auch ein Treffen mit dem Chefredakteur der Griechenland Zeitung Robert Stadler, einem Österreicher, auf dem Programm. Den wunderschönen und unvergesslichen Abschluss der Reise bildete an den beiden letzten Tagen eine Begegnung mit Fritz Bläuel. „Fritz habe ich bei einer meiner ersten Griechenlandreisen vor fast 30 Jahren kennengelernt. Fritz und Burgi Bläuel haben im Jahr 1979 das erste biologische Olivenprojekt ins Leben gerufen und leben seitdem in der Mani. Mit Fritz, der meine Hilfs- und Buchprojekte tatkräftig unterstützt, verbindet mich eine einzigartige Herzensfreundschaft.“Ich hatte aber auch unglaublich berührende Erlebnisse. Zum Beispiel durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Caretta Caretta Meeresschildkröte dabei beobachten, wie sie am Saga-Strand von Koroni ihre Eier vergräbt„, so Jorgos Trompeter.

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