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ADLWANG. Fotograf Christoph Platzer nahm heuer bereits Preise in New York und Cannes entgegen. Er ist Teil eines dreiköpfigen Bildkollektivs, das mit seinen ersten Projekten internationale Beachtung erfährt.

  1 / 6   Das Trio „Senfblau“ beim Werbefilmpreis in Hamburg: (von links) Patricia Neuhauser, Christoph Amort und Christoph Platzer (Foto: Niklas Heinecke)

Er rüttelt auf, erschreckt, berührt: Der Spot „Mach mal“ aus der kreativen Werkstatt des Kollektivs „Senfblau“ lässt niemanden kalt. In monochromen Farben zeigt er Menschen, die aufgrund einer psychischen Krankheit an den Rand der Gesellschaft geglitten sind: „Depression ist in Zeiten von Corona ein immer bedeutenderes Thema geworden, das jedes Alter betrifft. Wir wollten das aufgreifen, auch weil wir selbst im persönlichen Umfeld mit der Erkrankung in Berührung gekommen sind“, erzählt der 31-jährige Christoph Platzer.

Senfblau am roten Teppich

In Bad Hall zuhause, hat der gebürtige Adlwanger mit Jahresbeginn als Fotograf den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Zuvor studierte er Multimedia-Art in Salzburg. Bei der Arbeit mit seinen Studienkollegen und nunmehrigen Senfblau-Partnern Patricia Neuhauser aus Bayern und Christoph Amort aus Tirol steht er hinter der Kamera. Im Herbst holte das Trio den Deutschen Werbeförderpreis – dotiert mit 20.000 Euro – und verwirklichte daraufhin in Berlin besagten Social Spot „Mach mal“. Nach der Premiere in Hamburg lief die 90-sekündige Miniatur in deutschen Kinos, mittlerweile wurde der Spot in New York und Cannes preisgekrönt.

Beim wichtigsten Werbepreis Österreichs (CCA) holte er zudem die Silberne Venus in der Kategorie Student of the year. „Wir haben bestmöglich versucht, die Bilder im Kopf eines psychisch erkrankten Menschen abzubilden“, erklärt Platzer das surreal-überraschende Konzept. „Der Entstehungsprozess war für uns sehr bereichernd, wir hatten im Vorfeld intensiv recherchiert und mit Psychologen gesprochen. Ziel war, dass Menschen durch den Spot über die Krankheit Depression sprechen, sensibler dafür werden und sich Betroffene angesprochen fühlen“, so Platzer.

Goldfisch im Hamsterrad

Das neueste Projekt, das der Adlwanger mit seinen Partnern vor wenigen Tagen veröffentlicht hat, ist der beklemmende 13-minütige Kurzfilm „Goldfisch im Hamsterrad“ – eine an Depression erkrankte junge Frau versucht, ihr Gedankenkarussell mit sich selbst auszumachen. Der Film vollzieht einen Tag in ihrem Leben nach. Eine Vorpremiere stieg vor kurzem bei einem Festival in Berlin, wo das Projekt den zweiten Platz machte. Im Oktober soll der Film im Rahmen einer therapeutischen Kinoreihe in Klagenfurt ausgestrahlt werden.

Prominente Auftraggeber

Das Kollektiv Senfblau tüftelt weiter an gesellschaftlich wirksamen Drehs, angedacht ist etwa das Thema Lebensmittelverschwendung. Christoph Platzer ist indes auch als Einzelunternehmer umtriebig, zählt den DFB oder Porsche zu seinen Kunden. Zuletzt setzte er den Nachwuchs des deutschen Fußball-Nationalteams der Frauen fotografisch in Szene. Seinen Stil beschreibt Platzer als „reduziert, teils abstrakt, natürlich“, den Schwerpunkt legt der 31-Jährige auf die Bereiche Architektur, Outdoor und Sport. Zudem arbeitet er im Studio Nordost mit, das kleinere Firmen beim Aufbau ihrer Marke begleitet.

Mehr über Christoph Platzer und den Spot „Mach mal“ findet man auf www.christophplatzer.com


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