Bezirksjägertag: Klimawandel verändert auch Jagd
GARSTEN. Von den 1.500 Jägern in den Bezirken Steyr und Steyr-Land nahmen knapp 400 am Bezirksjägertag im Garstner Mehrzwecksaal teil.

Die Jagd sei vielfältig, bringe die Menschen zusammen und schaffe eine Verbindung zur Schöpfung, erklärte Franz Salcher bei der Veranstaltung. Der neue Landesjägerpfarrer ist auf einem Bauernhof in Kleinreifling aufgewachsen und war früher in Steyr als Kaplan tätig. Die angesprochene Schöpfung und damit auch die Natur und Tierwelt standen beim heurigen Bezirksjägertag im Mittelpunkt.
Einflüsse auf das Wild verändern sich
Großes Thema bildete der Klimawandel. Er setzt dem Lebensraum der Wildtiere zu, die Veränderungen stellen auch die Jagd vor enorme Herausforderungen. In den heimischen Wäldern sei die Forstwirtschaft verstärkt mit dem Waldumbau befasst, weg von großflächigen Monokulturen hin zu klimafitten Mischwäldern. „Der Wald braucht die Jäger dafür so stark wie nie zuvor“, betonte Bezirksbauernkammer-Obfrau Edeltraud Huemer.
Auch die Freizeitnutzer seien in die Pflicht genommen. Viele von ihnen würden ihre Grenzen nicht kennen. „Die Wildtiere kommen dadurch kaum noch zur Ruhe“, erklärte Bezirksjägermeister Rudolf Kern. Er präsentierte auch die Abschusszahlen des vergangenen Jagdjahres. Bezirkshauptfrau Barbara Spöck bedankte sich bei der Steyrer Jägerschaft für die Erfüllung des Abschussplanes: „Beim Rehwild wurde dieser punktgenau erfüllt, beim Rotwild sogar übererfüllt“, berichtete Spöck.
„Sind bereit, Wildstände anzupassen, wo notwenig“
Laut Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner werde die Jagd den Veränderungsprozess im Wald mittragen: „Wir sind bereit, die Wildstände anzupassen wo es notwendig ist. Aber auch die Forstwirtschaft und die Gesellschaft müssen sich ändern. Die Möglichkeit zur Jagd muss in unserer alpenländischen Kultur weiter eingeräumt werden.“
Rückkehr des Wolfes
Zur Sprache kam auch die Rückkehr des Wolfes. Im Jagdbezirk Steyr gab es bisher vereinzelt Risse von Wild- und Nutztieren. „Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Dafür müssen wir gerüstet sein“, so Landtagsabgeordneter Christian Dörfel. Für das Raubtier brauche es Maßnahmen, die in letzter Konsequenz auch eine Regulierung ermöglichen. Das sieht auch Landesjägermeister Sieghartsleitner so: „Wir müssen den Wolf erziehen.“


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