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"Die kalten Temperaturen haben mir absolut nichts ausgemacht"

Robert Hofer, 07.01.2024 10:51

STEYR. Die Steyrer Logistik-Studentin Laura Holzer (23) verbrachte ihr Auslandssemester im finnischen Rauma. Im Tips-Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Laura Holzer (Foto: privat)
photo_library Laura Holzer (Foto: privat)

Tips: Warum haben Sie sich für das Internationale Logistik-Studium in Steyr entschieden?

Laura Holzer: Ich habe meine Matura an der HTL Kapfenberg im Zweig Luftfahrttechnik gemacht. Seit Herbst 2022 besuche ich nun die FH Steyr, da mir bewusst wurde, dass ich mich selbst in der Produktionslogistik oder im Supply Chain Management sehe. Für Steyr habe ich mich vor allem wegen des guten Rufes der FH entschieden. Die Lage der Uni direkt neben dem Fluss vermittelt eine besondere Atmosphäre, die mich bis heute noch fasziniert.

Tips: Warum fiel die Wahl für Auslandssemester auf Finnland?

Laura Holzer: Für mich war klar, dass ich in ein nördlich gelegenes Land möchte, die Aussicht auf kalte Temperaturen hat mir absolut nichts ausgemacht, Finnland wurde meine erste Wahl. Die angebotenen Studienfächer haben meinem Studienzweig gut entsprochen und das Land hat mich interessiert und fasziniert. Raum ist eine kleine Stadt mit ungefähr 40.000 Einwohner im Südosten von Finnland.

Tips: Wie liefen die Vorlesungen ab?

Laura Holzer: Im Gegensatz zu Österreich wird nicht so viel Wert auf Präsenzunterricht gelegt. In den meisten Kursen gibt es nur vereinzelt Vorlesungen, die auch nur 1,5 Stunden dauern. Dafür hat man mehr Seminararbeiten zu schreiben, die meist als Gruppenarbeit erbracht werden müssen. Somit waren für mich und meine Freunde, Kollegen unterschiedlicher Nationalitäten, die ich erst im Studentenwohnheim kennengelernt habe, meist das Mittagessen in der Mensa der einzige Grund in die FH zu gehen. Den Großteil des Studiums haben wir von „zu Hause“ aus absolviert, wobei in unserer Unterkunft „Old Station“ den ganzen Tag Englisch gesprochen wurde. Was zudem anders in Finnland ist, dass es als unhöflich angesehen wird, wenn man jemanden siezt und man somit auch die Professoren mit Vornamen anspricht.

Tips: Wie erging es Ihnen mit der Sprache?

Laura Holzer: Finnisch ist völlig anders als die germanischen und romanischen Sprachen, die man sonst so kennt und somit sehr schwer zu erlernen. Um eine Zeit lang in Finnland zu verbringen, braucht man jedoch die Sprache nicht zu erlernen, weil jeder dort in sehr hohem Niveau Englisch spricht.

Tips: Wo haben Sie in Rauma gewohnt, konnten Sie schnell Kontakte knüpfen?

Laura Holzer: Von meinem Studiengang war ich die Einzige, die das Auslandssemester in Rauma verbracht hat. Jedoch habe ich bereits am Flughafen in Wien ein Mädchen aus einem anderen Studiengang kennengelernt, die mit mir zusammen studiert hat. In Rauma habe ich in einem Studentenwohnheim gewohnt, welches sich „Old Station“ nennt, da es früher mal ein Bahnhofsgebäude war. Dort habe ich zusammen mit 25 anderen Austauschstudenten gewohnt, wodurch man einen guten Draht zu Leuten aus verschiedenen Nationen hatte. Ich empfehle es jedem ein Auslandssemester zu machen, da man so viele verschiedene Menschen kennenlernt und seine Englischkenntnisse verbessern kann. Man lernt in dieser Zeit so viel neues über sich selbst und wächst über sich selbst hinaus.

Tips: Wie unterscheidet sich das Leben zu jenem in Österreich?

Laura Holzer: Die Finnen scheinen im ersten Moment ziemlich introvertiert und sprechen nur gerne, wenn es um Sauna, Sport oder Alkohol geht. Small Talk gibt es nicht. Aber wenn man die Finnen näherkennenlernt, sind sie sehr gesprächig und vor allem sehr humorvoll. Am meisten habe ich das steirische Kürbiskernöl meiner Heimat vermisst. Aber nicht lange, meine Verwandten haben mir eines mit der Post zugeschickt.

Tips: Wie war die Freizeitgestaltung?

Laura Holzer: Meine Freizeit verbrachte ich mit meinen Freunden oft am Meer, dass nur zehn Minuten zu Fuß entfernt war, dort haben wir im August und September fast täglich Beachvolleyball gespielt, bis es zu kalt wurde und der Schnee kam. Außerdem waren wir oft in der Sauna. Die Sauna ist das Heiligtum der Finnen. Es gibt in Finnland fast gleich viele Saunas wie Autos. Oft wird zwischen den Saunagängen in einem Loch eines gefrorenen Sees oder im Meer eisgebadet. Zum Genuss des Eisbadens bin ich in Finnland zwischen den Saunagängen oft genug gekommen. Danach fühlt man sich immer wie neu geboren.

Zusammen mit meinen Freunden habe ich einige Ausflüge gemacht. Wir haben uns die herumliegenden Städte wie Pori, Turku und Tampere angeschaut, sowie die Hauptstädte Helsinki, Tallin, Stockholm und Oslo. Besonders gut hat mir aber der Trip nach Norden, ins finnische Lappland gefallen. Dort haben wir in Rovaniemi den Weihnachtsmann besucht, eine Husky-Schlittenfahrt gemacht, Rentiere gefüttert und die Nordlichter bewundert.

In Rauma gibt es einige Bars und zwei kleinere Nachtclubs. Da es eine kleine Stadt ist organisiert die Studentenvereinigung zudem nahezu wöchentlich Events, um das Nachtleben aufzufrischen. Angefangen von einer Taufe für neue Studenten, Checkpoint-Rallys mit verschieden kleinen Aufgaben bis hin zu einer Party-Fähre die von Finnland nach Stockholm und wieder zurück geht. Außerdem bekam man für jedes Event, an dem man teilnahm, einen Patch, den man dann an seinen Studentenoverall nähen konnte.

Dass was ich nach meinem Auslandssemester am meisten vermisse ist der Studentenoverall, denn dadurch hat man ein Gefühl der Zugehörigkeit, ohne jedoch an Individualität zu verlieren den durch die verschiedenen Patches ist jeder Overall ein Unikat.

Und für uns Exchange-Studenten ist der Overall das ideale Souvenir, da man auch an jedem Ort, an dem man war, einen Patch kaufen kann. Zum Abschied haben wir dann unseren Overall noch gegenseitig unterschrieben, damit wir immer an die Freundschaften erinnert werden, die wir während des Auslandssemesters geschlossen haben.

Laura Holzer wurde in Graz geboren und wuchs in Deutschfeistritz auf. Seit Herbst 2022 studiert sie Internationales Logistik-Management (ILM) an der FH Steyr.


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