Leserbrief: Sommerloch-Meditation
GARSTEN. „Mein Blick schweift über das smaragdgrüne, kühle Nass. Kurzurlaub in Österreich, genießen am Attersee. 34,7 Grad im Schatten. Im Minutentakt ein anschwellendes Aufheulen und dezibelreiches Krachen“, schreibt Dieter Wallentin.

Es ist noch nicht das angekündigte Unwetter. Heerscharen von Motorädern, von Menschen, die beschlossen haben, ihrer Freiheit Ausdruck zu verleihen und mir alle 30 Sekunden eine stinkende Brise von verbranntem Fossilen ins Gesicht zu blasen.
Am nächsten Tag wieder zu Hause am Tabor in Steyr. Vom beschatteten Ennskai kommend, durch das Schnallentor mit meinem E-bike auf dem Weg zum Mediamarkt. Ein fünf Gramm schweres Filterteil für meinen Kühlschrank will abgeholt werden. Kopfschüttelnd stehe ich wie so oft am Ende des Fahrradweges an der Karl-Holub-Straße.
Für 100 Meter Luftlinie zum Mediamarkt müssen Fahrräder einen Umweg über Taschelried nehmen, damit 1,5 Tonnen Fortbewegungsmittel ihre fünf Gramm, oder sollen es 1.500 Gramm komfortabel in Besitz nehmen können.
Ich nehme den Umweg und denke mir - es geht nicht ums verhindern, verzichten oder verbieten. Es geht darum sich zu fragen: Wie gestalte ich in einer übervollen Welt? Freiheit beginnt für mich dort, wo ich mit meiner Gestaltung Verantwortung auch für Andere übernehme.
von Dieter Wallentin, Garsten


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