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STEYR. Paul Enzendorfer reagiert in seinem Leserbrief auf das Tips-Interview mit Verkehrslandesrat Günther Steinkellner.

Foto: privat
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Im Tips-Interview vom 4. August meint Landesrat Steinkellner, dass er die Verzögerung des Baubeginns der Westspange Steyr bedauert, weil der Wirtschaftsverkehr und die Pendler sie bräuchten. Einmal mehr wird damit erklärt, dass der Zweck dieser Straße durch Steyrs Grüngürtel rein dem Transitverkehr dient. Von einer Entlastung für Steyr ist vermutlich deshalb keine Rede mehr, weil die vom Land OÖ vorgelegten Prognosezahlen klar das Gegenteil beweisen. Somit kommt für alle Steyrer der Offenbarungseid: Die Westspange bringt keine Entlastung, sondern im Gegenteil tausende Autos mehr!

Die NGO Initiative Grüngürtel statt Westspange beharrt daher massiv auf den Argumenten, die wir LR Steinkellner, auf sein Schreiben an uns, wiederholt dargelegt haben:

  • Legt man im Konkreten für das Projekt Westspange Steyr die in den Vorerhebungen prognostizierten Verkehrszahlen des Landes OÖ zugrunde, ist Ihrer Feststellung „dass deren Notwendigkeit und Verkehrswirksamkeit aus einer Verkehrsuntersuchung von 2014 und auch aus dem Gesamtverkehrskonzept der Stadt Steyr 1993 bzw. dessen Überarbeitung 2005 klar hervorgeht“ klar zu widersprechen. Genau das Gegenteil geht nämlich aus den Prognosen hervor: Der massiven Induktion von gemischtem Personenverkehr und Gütertransport auf der Westspange steht eine geringe, man könnte sagen vernachlässigbare, innerstädtische Verkehrsentlastung gegenüber. Die eigentliche Zweckwidmung einer Umfahrungsstraße ist damit verfehlt und widerspricht also klar den Kriterien Entlastung der Bevölkerung, Verkehrssicherheit sowie dem Kosten/Nutzen-Verhältnis.
  • Darüber hinaus irritiert uns besonders Ihre Geringschätzung der in unserem Schreiben argumentierten Herausforderungen für zukünftige Mobilitätsformen. Wenn bei der Bewertung neuer Straßenprojekt die Punkte Landschaftsverbrauch und dem Beitrag zum Klimaschutz keine entsprechenden Prioritäten eingeräumt werden, ist das für uns einfach unverständlich.
  • Wir können nicht verstehen, warum von politischer und amtlicher Seite die Erfordernisse neuer Straßen- und Autobahnprojekte weiterhin nach Kriterien und Methoden des vergangenen Jahrhunderts ermittelt und begründet werden.“

LR Steinkellner meint im Interview zur Durchsetzung von baulichen Maßnahmen: „Ich bin hier strikt der Objektivität und den Sachzwängen verpflichtet“. Diese Objektivität gilt es insbesondere bei der nicht stattfindenden Entlastung durch die Westspange Steyr einzufordern. Sogenannten Sachzwängen – insbesondere der Transitlobby – kann und darf man auf Kosten der Steyrer nicht nachkommen!


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