250 Besucher beim Februargedenken in Steyr
STEYR. Im Stadtteil Ennsleite wurde an den Bürgerkrieg vor 90 Jahren erinnert. Zu Gast waren unter anderem Zeitzeuge und Altbürgermeister Franz Weiss (103) sowie SPÖ-Chef Andreas Babler.

Vor 90 Jahren war Steyr ein Schauplatz des Bürgerkrieges. Am Montag kam SPÖ-Bundesvorsitzender Andreas Babler zum traditionellen Gedenken am 12. Februar. Er nannte die Veranstaltung „eine Würdigung des Andenkens an die Kämpfer für Demokratie und Freiheit.“ Der Platz vor dem Mahnmal war mit rund 250 Teilnehmern gefüllt.
Besonders beeindruckte den SPÖ-Chef, dass zwei Nachfahren von im Bürgerkrieg gefallenen Steyrern anwesend waren: Josef Heindler (90), er ist der Sohn des zu Unrecht hingerichteten Josef Ahrer, und Franz Weiss (103), Steyrer Bürgermeister in Ruhe. Franz Weiss ist der Sohn von Johann Weiss, der während der Kämpfe in Linz sein Leben verloren hatte.
„Während der Februarkämpfe verloren österreichweit 196 Kämpfer ihr Leben, zwölf davon waren aus Steyr. Es folgten das Verbot der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, der Freien Gewerkschaften und sämtlicher sozialdemokratischer Organisationen. Am 1. Mai 1934 trat die Verfassung des austrofaschistischen Ständestaates in Kraft“, so Babler.
SPÖ-Bezirksparteivorsitzende Katrin Auer betonte in ihren Worten: „Heute erinnern wir uns an jene Zeit, als die Freiheit niedergekämpft wurde und der Diktatur weichen musste.“ Ihr Aufruf: „Ein ganz klares Bekenntnis zur Demokratie ist angesichts rechter und rechtsradikaler Tendenzen absolut notwendig!“
Neue Stelen: „Der Weg zum Februar 1934“
Beim traditionellen Gedenken gab es Kranzniederlegungen, ein Ensemble des Musikvereins Gleink bot den würdigen musikalischen Rahmen. Fahnenträger von Junger Generation, Freiheitskämpfer und von den Roten Falken Steyr gaben dem Gedenken eine besondere Note.
Offiziell eröffnet wurde „Der Weg zum Februar 1934“ von Bürgermeister Markus Vogl. An acht Plätzen gibt es nun bebilderte Schautafeln, die eine Aufarbeitung der regionalen und lokalen Sozialgeschichte repräsentieren. Über QR-Codes sind Tonaufnahmen dazu abrufbar, unter anderem O-Töne von Franz Weiss, der einer der letzten Zeitzeugen jener traurigen Epoche ist. Die kommentierte Führung erfolgte durch den Historiker Josef Stockinger.


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