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Verwalter der Fürstenvilla, Johann Schutti: "Wenn der Fürst kommt, muss der Kühlraum gefüllt sein"

Susanne Winter, MA, 17.05.2018 14:32

STEYRLING. Nicht nur als Ehrenpräsident der Faschingsgilde Steyrling und für seine köstliche Grillsau ist Johann Schutti in Steyrling und Klaus bekannt, der 63-Jährige ist auch Verwalter der Fürstenvilla.

Regina und Johann Schutti mit ihrem Hund Charly, Foto: Martin Schutti
Regina und Johann Schutti mit ihrem Hund Charly, Foto: Martin Schutti

Johann Schutti ist ein sehr geselliger Mensch. Er war fünf Jahre Vizepräsident, 20 Jahre Präsident und ist jetzt Ehrenpräsident bei der Faschingsgilde Steyrling. Auch das Saugrillen macht ihm Spaß. „Ich habe auch für den Fürst Schaumburg-Lippe schon eine Sau gegrillt“, berichtet Schutti.

Seit 42 Jahren wohnt er mit seiner Frau in der Fürstenvilla im Brunnental in der Steyrling. Er ist der sogenannte „Kastellan“, also Verwalter der Villa des Fürsten Alexander zu Schaumburg-Lippe. Seine Frau Regina ist Haushälterin und ihre gemeinsamen Söhne Martin und Christian sind dort aufgewachsen.

Johann Schutti war einer von zwölf Holzknechten bei der Forstverwaltung Schaumburg-Lippe. Zuvor hat er beim Bernegger Bau gearbeitet und als Schalungsmeister beim Aufbau der Staumauer geholfen.

Arbeit als Holzknecht

„Ich habe sehr viel von Josef Fries, der auch Holzknecht und Schlepperfahrer war, gelernt“, erzählt Schutti, der selbst 35 Jahre lang mit dem Forst-Schlepper gefahren ist. „In vierzig Jahren ändert sich viel. Die Arbeit wird immer schneller und mit weniger Leuten erledigt, dafür mit Hilfe von Maschinen“, erklärt der 63-Jährige: „Zur Zeit als das Sägewerk betrieben wurde, gab es rund 40 Sägearbeiter und 120 Holzknechte. Jetzt sind es nur noch drei Holzknechte, davon ist einer Schlepperfahrer.“

Drei Forstunfälle überlebt

Drei Forstunfälle hat Johann Schutti überlebt. Seit einem schweren Unfall 2011 ist er in der Pension und konzentriert sich auf das Jagen und Zerlegen von Wild. „Ich bin für die Wildkammer verantwortlich. Derzeit werden die Maiböcke verarbeitet“, berichtet Schutti.

7000 Hektar Jagdgebiet

Er ist einer von sieben Jägern im über 7000 Hektar großen Jagdgebiet im Brunnental. Davon sind drei große und zwei kleinere Reviere verpachtet. 82 Prozent des Gemeindegebietes von Klaus sind Wald. Davon sind 64 Prozent im Besitz von Schaumburg-Lippe.Im Brunnental befinden sich eine kleine Villa und ein Gästehaus mit insgesamt zwölf Zimmern sowie ein Beamtenhaus. Drei Familien wohnen dort. Der Fürst selbst kommt aus Bückeburg (Deutschland) und besucht lediglich rund dreimal im Jahr das Brunnental. Besuche werden immer angekündigt und auch, wie viele Gäste erwartet werden. „Wenn ,Seine Durchlaucht' kommt, muss der Kühlraum gefüllt sein“, betont Schutti und erzählt, dass der Sohn des Fürsten, Erbprinz Heinrich-Donatus, jetzt öfter mit Freunden das Brunnental besucht.

Große Jagd im Herbst

Ende September ist im Brunnental viel los, denn dann findet die große Jagd statt. Der Fürst kommt mit seinen Jagdgästen, meist Freunde und Verwandte vom europäischen Hochadel. Die Vorbereitungen dafür reichen vom Schneiden der Hecken und Mähen der Wiesen bis hin zum Lebensmitteleinkauf.

Besonders schätzt Johann Schutti, dass „immer schon auf Tradition und Brauchtum Wert gelegt wurde. Dass die Tradition in der hastigen Zeit beibehalten wird, finde ich toll.“ Besondere Erlebnisse waren für ihn die Landpartien im Brunnental.


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