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TRAUN. Seit 33 Jahren leitet Franz Wild die Pfarre Traun, seit knapp zehn Jahren zusätzlich die Pfarre Traun Oedt-St. Josef. Nach dem aktuellen Arbeitsjahr wird er Traun 2019 verlassen und kürzer treten. In Pension gehen will der umtriebige Priester noch nicht.

  1 / 2   33 Jahre lang hat Franz Wild am Kirchenplatz 1 neben der Stadtpfarrkirche Traun gelebt. Jetzt will er kürzer treten. Foto: Voggeneder/Tips

Als Franz Wild die Pfarre Traun übernommen hat, gab es dort 9.500 Katholiken, heute sind es 5.500. Das habe drei Gründe, sagt Wild: „Es gibt mehr Todesfälle als Taufen, immer mehr Leute treten aus der Kirche aus und viele Leute ziehen aus Traun weg, weil es keine Gründe für Eigenheime gibt. Das ist ein markanter Aderlass für die Pfarre.“

Weitere Aufgabenbereiche

Die Entwicklung der katholischen Kirche hat der 66-jährige Wild nicht nur von Traun aus beobachtet, er hat sich auch aktiv in die Kirchenpolitik eingebracht. Wild war von 2005 bis 2015 Generaldechant der Diözese Linz und fünf Jahre lang Geistlicher Assistent der Katholischen Frauenbewegung in OÖ.

Ein Nachfolger für die Pfarrleitung in Traun ist noch nicht bekannt. Die katholische Kirche leidet unter einem Priestermangel. Franz Wild sagt, es sei hoch an der Zeit, dass die katholische Kirche das Priesteramt öffnet: „Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass jemand ehelos sein muss und dass nicht auch Frauen den Dienst des Priesters und der Gemeindeleitung übernehmen sollen.“ Papst Franziskus sei zwar ein Lichtblick, aber die eingerosteten Strukturen im Vatikan lassen nicht auf baldige Veränderung hoffen.

Verschiedene Glaubensgemeinschaften

Franz Wild stammt aus der Gemeinde Wolfern nahe Steyr. In Traun hat er sich mit städtischen Strukturen auseinandersetzen müssen, auch mit der Präsenz anderer Glaubensgemeinschaften. „Mit der evangelischen Glaubensgemeinschaft haben wir sehr gute Verbindungen. Mit der muslimischen Gemeinde standen wir stets im konstruktiven Kontakt.“ Dass die katholische Kirche in den letzten Jahrzehnten gesellschaftspolitisch an Macht verloren habe, sei nicht nur schlecht, sagt Franz Wild. Er betont aber, dass die Kirche vor allem ein Ort der Begegnung und des Zusammenlebens sei.

Mit Frust blickt Wild nicht zurück auf seine Zeit in Traun. Er hebt die kompetente Arbeit der Mitarbeiter in der Pfarre hervor. Wild werde seine Dienste „altersgerecht“ in kleineren Pfarren anbieten. Einen genauen Einsatzort will er aber nicht nennen.


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