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ALBERNDORF/OBERÖSTERREICH. Der 25. Juli ist Weltpilgertag. Oft sind Lebenswenden wie der Übergang zur Erwerbsarbeit oder Pension, eine Verlusterfahrung, ein Neustart in Beziehung oder die Dankbarkeit für einen Lebensabschnitt Anlässe, um sich auf den Weg zu machen, wie auch Lieselotte Fleischanderl aus Alberndorf berichtet.

Lieselotte Fleischanderl (Foto: privat)
Lieselotte Fleischanderl (Foto: privat)

Lebenswenden begleiten das Leben von Anfang an. Im Rhythmus von Abschluss und Neubeginn geht es in die nächste Lebensphase. Doch nicht immer es einfach, Altes loszulassen und sich Neuem zu öffnen. Dies ist für manche Menschen ein Motiv, um den Pilgerrucksack zu packen und aufzubrechen – und so den Übergang ganz bewusst zu gestalten.

Gestärkt aus Grenzerfahrungen

Dass im Gehen neue Perspektiven entstehen, hat auch Lieselotte Fleischanderl aus Alberndorf für sich entdeckt. Nach einer Verlusterfahrung hat sie in der Bewegung „zu sich selbst gefunden“. „Die Seele kommt zur Ruhe, der Geist kommt in Bewegung, der emotionale Rucksack wird leichter“, beschreibt Fleischanderl ihr Gefühl beim Pilgern. „Beim Gehen kann ich Spiritualität und meinen Drang nach Bewegung vereinen“, erzählt die pensionierte Religionslehrerin, die immer schon gerne gesportelt und die geistige Herausforderung gesucht hat. Angeregt durch eigene „Grenzerfahrungen“ hat Fleischanderl unter eben diesem Motto eine dreitägige, 240 Kilometer lange Radpilgertour entlang der österreichisch-tschechischen Grenze konzipiert. Wie man gestärkt aus Grenzerfahrungen herausgeht, ist unter anderem ein leitender Gedanke dieses Pilgerweges, erklärt Fleischanderl.

Weltpilgertag und „Heiliges Jakobusjahr“

Am 25. Juli ist Weltpilgertag. Die Kirche begeht ihn am Gedenktag des Pilger-Apostels Jakobus des Älteren. Fällt der 25. Juli auf einen Sonntag, ist in der nordwestspanischen Pilgerstadt Santiago de Compostela, dem Ziel des Jakobsweges, ein „Heiliges Jakobusjahr“. Ein Heiliges Jakobusjahr beginnt am 31. Dezember des Vorjahres mit der Öffnung der Heiligen Pforte, durch die Pilger nur in diesem besonderen Jahr die Kathedrale in Santiago de Compostela betreten dürfen. Dieses Ritual ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Die Heilige Pforte wird auch „Pforte der Vergebung“ (Puerta del Perdón) genannt. Im Heiligen Jahr kann den Gläubigen nämlich ein vollkommener Ablass der Sünden gewährt werden; deshalb wird das Heilige Jahr auch „Gnadenjahr“ genannt. Das letzte Heilige Jakobusjahr war 2021. Wegen der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Einschränkungen auch für Pilger:innen wurde es von Papst Franziskus bis 2022 verlängert. Interessierte sind eingeladen, rund um diesen Tag zu einer der zahlreichen Kirchen in Oberösterreich zu pilgern, die dem heiligen Jakobus geweiht sind: Asten, Buchkirchen bei Wels, Gaspoltshofen (Filialkirche Unteraffnang), Gmunden (Spitalkirche), Gmunden-Ort (Seeschlosskirche), Großraming, Grünau im Almtal, Höhnhart, Hörsching, Lengau, Neumarkt im Mühlkreis, Oberneukirchen, Perg,

Pilgerwege und spirituelle Wanderwege

Es muss ja nicht gleich Santiago de Compostela, Rom oder Assisi sein: Auch Oberösterreich hat für Pilger viel zu bieten. Auf knapp 4.000 Kilometern laden 14 Pilgerwege und elf spirituelle Wanderwege zum (In-sich-)Gehen ein. Die oberösterreichischen Pilgerwege sind nicht hochalpin und somit auch für Einsteiger:innen geeignet – lediglich auf die Streckenlänge ist zu achten. Auf Initiative des Netzwerks Pilgerwege und Spirituelle Wege in Oberösterreich, der Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich und des Oberösterreich Tourismus wurden die Pilgerwege in Oberösterreich kompakt in einer Broschüre zusammengefasst. Über 20 Wege und Wegvarianten sind darin beschrieben.

 

Die Broschüre „Pilgern in Oberösterreich“ wird laufend aktualisiert und steht unter www.oberoesterreich.at/pilgernzum Download bereit.


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