Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GALLNEUKIRCHEN. Bei seinem Besuch in Gallneukirchen gab es von Landesrat Stefan Kaineder viel Lob für das von Anton Riepl im Ortskern errichtete „ONE“. Dieses sei ein Musterbeispiel für eine gelungene Ortskernbelebung.

(V. l.) Stadtrat Andreas Kaindlstorfer, Anton Riepl, Landesrat Stefan Kaineder und Bürgermeisterin Gisela Gabauer. (Foto: Land OÖ)

Das langsame und leidvolle Sterben der Ortskerne in Oberösterreich habe den Menschen in unzähligen Gemeinden ihr gesellschaftliches und geschäftliches Zentrum genommen, die Ursachen dafür seien vielschichtig. Der Ursprung und Ausgang dieser Entwicklung sei aber in den laxen Vorgaben des Raumordnungsrechts zu suchen, heißt es von Seiten des grünen Landesrates Stefan Kaineder. Die gelebte Praxis der Widmung von Grünflächen für Einkaufszentren und Supermärkte in die Peripherie der Ortschaften habe zwangsläufig dazu geführt, dass zahlreiche kleine Händler, Fleischhauer, Handwerksbetriebe und Bäcker ihre Geschäfte schließen mussten. Tausende Arbeitsplätze seien verloren gegangen oder seien in Richtung „Grünland-Shoppingmalls“ oder Supermärkte abgewandert. Sowohl der wirtschaftliche Druck als auch der Wettbewerb unter den Gemeinden habe diese Entwicklung noch beschleunigt.

Ein Beispiel, dass es auch anders gehen kann, sei dabei das ONE in Gallneukirchen, sagt Landesrat Stefan Kaineder, der vergangene Woche vor Ort zu Gast war: „Wie man erfolgreich gegen diese Tendenz vorgehen kann, zeigen Anton Riepl und die Stadt Gallneukirchen mit dem ONE-Gallneukirchen eindrucksvoll.“ Der neue Stadtteil, der von Riepl geschaffen wurde, würde einen enormen Beitrag zur Ortskernbelebung leisten und zeigen, dass mit Mut und Weitblick gegen die Zersiedelung erfolgreich vorgegangen werden kann.

„Das ONE stärkt das Zentrum von Gallneukirchen und stellt einen wichtigen Baustein in der Erreichung unseres Ziels, eine lebendige Gemeinde mit ausgezeichneter Infrastruktur zu bleiben, dar. Es bedeutet eine ideale Ergänzung zum schon bisher sehr guten Nahversorgungsangebot durch regionale klein- und mittelständische Nahversorger. Kurze Wege, fuß- und radläufige Erreichbarkeit sind damit für die Gallneukirchner Bevölkerung gegeben. Unser Gemeindemotto „Stadt erleben, Land genießen“ wird durch das ONE und seine Lage am Naherholungsgebiet Große Gusen weiter untermauert“, betont auch die Bürgermeisterin der Stadtgemeinde, Gisela Gabauer

Klare Vorgaben werden benötigt

Der Grüne Stadtrat Andreas Kaindlstorfer fordert indes: „Für die Gemeinden braucht es klare Vorgaben zur Raumentwicklung, damit kein „Widmungswildwuchs“ mehr möglich ist und die Zentren nicht weiter ausgedünnt werden. Mit unserem ONE in Gallneukirchen zeigen wir, wie Zentrumsbelebung funktionieren kann. Vor allem müssen wir aber davon wegkommen, dass auf Zuruf von Bürger/innen wertvolles Grünland in Bauland umgewidmet wird.“

Kritik zur Raumordnungsgesetzgebung im Land ob der Enns gibt es auch von Kaineder: diese habe nicht nur das große Ortskernsterben eingeleitet, sondern sie sorge auch für einen massiven Bodenverbrauch. „Nach wie vor verlieren wir in Oberösterreich unsere fruchtbarsten Böden für die Lebensmittelproduktion, mit eine Ursache für den Verlust unserer Artenvielfalt“, so der Landesrat.

SORA-Umfrage: Strengere Auflagen von Mehrheit als sinnvoll erachtet

Dass strengere Maßnahmen erlassen werden sollen, um die Bodenversiegelung auf ein Mindestmaß zu reduzieren, bestätigt auch eine vom Umweltressort beauftrage SORA-Umfrage. Laut dieser halten 79 Prozent dies für sinnvoll. Für mehr als die Hälfte der oberösterreichische Bevölkerung (56 Prozent) seien strengere Auflagen sogar sehr sinnvoll. Geht es nach Landesrat Kaineder, so könne der Bodenverbrauch auf ein Mindestmaß verringert werden, wenn vier Punkte im Raumordnungsgesetz festgeschrieben sind: Industrie- und Gewerbebrachflächen nutzen statt auf der grünen Wiese bauen, ein landesweiter Grünzonenplan zum Schutz der Erholungs- und Rückzugsgebiete für Mensch und Tier, keine riesigen Parkflächen bei Firmen und Einkaufszentren, wenn dabei wichtiges Grünland verloren geht und kein Verbauen der fruchtbarsten Böden.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Gallneukirchens Bürgermeister Sepp Wall-Strasser stellt sich erneut zur Wahl

Gallneukirchens Bürgermeister Sepp Wall-Strasser stellt sich erneut zur Wahl

GALLNEUKIRCHEN. Bürgermeister Sepp Wall-Strasser tritt bei der kommenden Wahl erneut an. Beim Bürgermeisterfest am 16. Oktober im Alten Hallenbad ...

Tips - total regionalMag. Jacky Stitz
Land OÖ erhöht Einkommensgrenze für Fernpendler in Urfahr-Umgebung

Land OÖ erhöht Einkommensgrenze für Fernpendler in Urfahr-Umgebung

URFAHR-UMGEBUNG. Mehr Pendler können künftig die Fernpendelbeihilfe erhalten: Mit 1. November erhöht das Land Oberösterreich die Einkommensgrenze ...

Tips - total regionalMag. Jacky Stitz
Hotelpläne am Ottensheimer Schlossberg: So geht es nach Verkehrsgutachten weiter

Hotelpläne am Ottensheimer Schlossberg: So geht es nach Verkehrsgutachten weiter

OTTENSHEIM. Die Diskussion um das mögliche Hotel am Ottensheimer Schlossberg geht weiter. Das Verkehrsgutachten liegt inzwischen vor und soll ...

Tips - total regionalPetra Hanner
WKO Urfahr-Umgebung vor Ort: Handwerk bleibt unersetzlich

WKO Urfahr-Umgebung vor Ort: Handwerk bleibt unersetzlich

LICHTENBERG. Handwerkskunst ist das Erfolgsgeheimnis der Sattlerei von Anton Mayrhofer. Deshalb stärkt die WKO Urfahr-Umgebung die Lehre.  ...

Tips - total regionalAnzeige
Grüne Gallneukirchen setzen auf Zusammenarbeit im Gusental

Grüne Gallneukirchen setzen auf Zusammenarbeit im Gusental

GALLNEUKIRCHEN. Die Grünen Gallneukirchen haben bei ihrer Jahresklausur im Gemeindeamt die Themen für das kommende Jahr besprochen. Im Mittelpunkt ...

Tips - total regionalMag. Jacky Stitz
FPÖ Altenberg besuchte Europäisches Parlament in Straßburg

FPÖ Altenberg besuchte Europäisches Parlament in Straßburg

ALTENBERG. Die Ortsgruppe der FPÖ Altenberg besuchte das Europäische Parlament in Straßburg. Bei einem Treffen mit dem Abgeordneten Roman ...

Tips - total regionalMag. Jacky Stitz
Weitere Beiträge