Für ein geeintes Europa: Kranzniederlegung beim DenkStein
VORDERWEISSENBACH. Der DenkStein in Guglwald, direkt an der Staatsgrenze zu Tschechien, steht als mahnendes Artefakt für eine düstere Zeit. Denn bis ins Jahr 1989 wurde Europa durch den Eisernen Vorhang in zwei Teile getrennt. Stacheldrahtsperren, Minen und elektrisch geladene Zäune machten das Überschreiten der Grenze unmöglich. Als Symbol für ein heute geeintes Europa kam es hier zur Kranzniederlegung.

Den Europatag am 9. Mai nahm der Verein zum Anlass, um vor einem originalen Stacheldrahtballen des früheren Eisernen Vorhangs den Kranz niederzulegen. Diese Installation wurde erst wenige Tage vor der Veranstaltung realisiert und erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. „Dieser Ort will zur Reflexion über den Wert von Freiheit und Demokratie anregen, jenseits der Erinnerung an vergangene Unterdrückung“, betonte Bernhard Winkler, Obmann des Vereins DenkStein Eiserner Vorhang. Anliegen des Vereins sei es, die proaktive Auseinandersetzung mit Freiheit und Demokratie in einem grenzenlosen Europa, besonders bei der Jugend, zu fördern.
Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm ergänzte: „Gerade als junge Politikerin aus dem Mühlviertel halte ich es für enorm wichtig, dass wir uns an dieses dunkle Kapitel unserer Geschichte erinnern. Das Zusammenleben, wie wir es heute kennen, ist nicht selbstverständlich. Das müssen wir auch stärker nach außen tragen und das tut der Verein mit seiner wertvollen Arbeit.“ Neben Plakolm waren der Ehrenobmann des Vereins, Staatssekretär a. D. Helmut Kukacka, der Präsident des Bundesrats Dominik Reisinger, die Nationalratsabgeordnete Johanna Jachs, der Bürgermeister von Vorderweißenbach Bernhard Thumfart sowie zahlreiche weitere Vertreter aus der Region und aus Tschechien bei der Veranstaltung dabei.
Freiheit, Toleranz, Solidarität
Der Rektor der Budweiser Hochschule für Europa- und Regionalstudien Jiří Dušek betonte aus tschechischer Perspektive, wie wichtig ein starker Zusammenhalt innerhalb Europas und insbesondere zwischen den beiden Nachbarstaaten sei. Mit dem Gedenken halte man die gemeinsamen Werte Freiheit, Toleranz und Solidarität hoch, die heute selbstverständlich seien, aber damals unvorstellbar waren.


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