Chinesischer Konzern plant Hafnium-Produktion in Bad Leonfelden
BAD LEONFELDEN. In Bad Leonfelden soll künftig ein seltenes Metall, nämlich hochreines Hafnium, für den europäischen Markt hergestellt werden. Als Produktionsstätte soll das ehemalige Firmengebäude des insolventen Unternehmens M-Tron dienen.

Hinter dem Projekt steht die JP Tech Production GmbH mit Sitz in Bad Leonfelden. Die Gesellschaft gehört laut Firmenbuch zu 100 Prozent der JP Tech Holding Limited, einem chinesischen Technologiekonzern.
Wie der Standort Bad Leonfelden ins Spiel kam, darüber kann sich Bürgermeister Thomas Wolfesberger auch jetzt noch wundern: „Vor etwa zwei Jahren reiste eine Delegation des Landes Oberösterreich nach China. Kontakte wurden geknüpft und unter anderem kam ein Unternehmen mit einer Standortanfrage auf Mitglieder der Delegation zu. Ein Mitreisender wusste von dem leerstehenden Firmengebäude in Bad Leonfelden und so führte eins zum anderen. Ich habs am Anfang fast nicht glauben wollen, dass die das ernst meinen“, schmunzelt Wolfesberger im Tips-Gespräch.
Behörden geben grünes Licht
Fast ein Jahr lang dauerten die Behördenverfahren, die jetzt allerdings abgeschlossen sind und auch die Bedenken der Anrainer hinsichtlich Lärm, Verkehr und Umweltbelastung konnten in einer Infoveranstaltung Ende August ausgeräumt werden. Die gewerbebehördliche Verhandlung am 1. September verlief positiv, sodass dem Aufbau der Produktion nun nichts mehr im Wege stehen dürfte. Bis das Werk läuft, dürfte voraussichtlich noch ein knappes Jahr vergehen.
Laut den Projektunterlagen umfasst die Betriebsstätte unter anderem Bereiche für die Hafnium-Schwammproduktion sowie für Kristallisation und Endbearbeitung. Vorgesehen sind außerdem Lagerflächen für Magnesium und Hafniumtetrachlorid, Abgas- und Abluftreinigung sowie eine Abwasserbehandlung mit Anschluss an das öffentliche Kanalnetz. Die Abnehmer für das Hafnium kommen laut Wolfesberger vor allem aus der Flugzeugbranche, unter anderem Airbus.
20 neue Arbeitsplätze
Hafnium ist ein seltenes, hitzebeständiges Metall, das unter anderem in Speziallegierungen in der Luft- und Raumfahrt sowie in der Halbleiter- und Nukleartechnik eingesetzt wird. Rund 20 hochqualifizierte Arbeitsplätze sollen in einer ersten Ausbaustufe entstehen. „Sollte sich die Nachfrage aber erhöhen, wäre ein Ausbau möglich - allerdings ist dann der Strombedarf auch deutlich größer. Das geplante Umspannwerk in Bad Leonfelden im Zuge der Stromversorgungsprojektes Mühlviertel wäre dann dringend notwendig“, so der Bürgermeister.








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