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Zwei Jahre im Amt: drei Fragen an den Gallneukirchner SPÖ-Bürgermeister Sepp Wall-Strasser

Mag. Jacky Stitz, 16.05.2024 11:12

GALLNEUKIRCHEN. Bereits etwas mehr als zwei Jahre ist der Gallneukirchner Sepp Wall-Strasser als SPÖ-Bürgermeister im Einsatz für seine Stadtgemeinde unterwegs. Was sich seitdem so getan hat, was die Bürger derzeit bewegt und warum das Jahr 2025 ein besonders wird, verrät der rote Politiker im Tips-Talk.

Sepp Wall-Strasser, Bürgermeister in Gallneukirchen (SPÖ) (Foto: Stadtgemeinde Gallneukirchen)
Sepp Wall-Strasser, Bürgermeister in Gallneukirchen (SPÖ) (Foto: Stadtgemeinde Gallneukirchen)

Tips: Was haben Sie in den zwei Jahren Amtszeit geschafft?

Sepp Wall-Strasser:Während viele Gemeinden vor Weihnachten zittern mussten, in die roten Zahlen zu gleiten, konnten wir Gott sei Dank das bisher größte Budget mit der Rieseninvestition in die Sanierung unserer Schulen positiv beschließen. Die Schulsanierung geht auch zügig voran, die „alte neue“ Volksschule wurde bereits wieder in Betrieb genommen. Dass Probleme im Bereich der Mittelschule zu Verzögerungen führen haben wir mittlerweile verdaut. Mit 13. Mai ist die neue Küche in Betrieb genommen worden, die zukünftig auch die Gemeinde Engerwitzdorf versorgen wird. Da werden täglich an die 500 Portionen bereitgestellt, was eine enorme Herausforderung für unser Küchenteam und die Auslieferung bedeutet.

Sehr zufrieden bin ich auch über die heurige planmäßige Eröffnung unseres Freibades. Ein zweiter Bademeister konnte gefunden werden, und so starten wir mit einem neuen Team gut in die Saison. Sehr zufrieden macht mich auch, dass unser Wirt ‚Vickerl‘ wieder das Buffet schaukeln wird, er hat es letztes Jahr mit großer Zufriedenheit geführt.

Tips: Was bewegt Sie und die Bürger von Gallneukirchen derzeit am meisten?

Sepp Wall-Strasser: Da ist zum einen die Frage: „Wohin soll sich langfristig unsere Stadt entwickeln?“ Täglich diskutieren wir es in den Wirtshäusern, auf der Straße, und die im vergangenen Dezember durchgeführte Bürgerbefragung hat es deutlich ergeben: es gibt eine sehr große Lebensqualität und Zufriedenheit, die Themen Verkehr, Parkplätze, Temporeduzierungen, Betrieb in der Innenstadt, Begrünung werden sehr kontroversiell diskutiert.  

Was wir brauchen sind langfristige Lösungen, und vor allem gemeinsame Zukunftsvorstellungen, wie wir unsere Stadt lebbar gestalten wollen.  

Jetzt ist es so: ein Teil der Bürger will Verkehrsberuhigung, Begrünung, Entsiegelung, weil es ein Gebot der Stunde ist, und man nicht die Augen vor den Bedrohungen des Klimawandels verschließen kann. Auf der anderen Seite erregt das großen Unmut, ja Wut, und es gibt die große Angst, dass mit jedem Parkplatz, der verschwindet, auch die Innenstadt stirbt. Wie wir da weiterkommen, ist die Herausforderung. Es gibt viele Beispiele, wo andere Städte und Gemeinden sich in der gleichen Situation befunden haben, und nach kreativen Lösungen gesucht haben. Auf den gleichen Weg müssen wir uns begeben. Deshalb werden wir am 28. Juni zu einer Stadtentwicklungsklausur einladen, bei welcher Thesen und Leitlinien für eine Zukunftsentwicklung von Gallneukirchen entwickelt werden sollen. Diese werden dann in einem Stadtgespräch, zu dem alle Bürger eingeladen werden, der Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt. Bei diesem Abend sollen dann diese Thesen präsentiert und diskutiert werden und den Sommer über in öffentlichen Diskussionen angereichert werden. Dieser Prozess soll zu einem gemeinsamen Bild und Leitlinien führen, die Orientierung geben für die zukünftige Gestaltung von Gallneukirchen.

Meine Erwartung an den Prozess ist, dass wir nicht bei jeder Baumpflanzung streiten müssen über die Sinnhaftigkeit, sondern dass es ein größeres Verständnis für eine durchgeführte Maßnahme gibt, weil diese vorher gemeinsam erarbeitet wurde. Das gleiche etwa bei der Diskussion um Parkplätze, ob Tief- oder Hochgaragen, wo wir mehr Tempo 30-Verordnungen anstreben und vieles andere.

Tips: Das kommende Jahr 2025 wird in Hinblick auf die Geschichte ein großes für Gallneukirchen - warum?

Sepp Wall-Strasser: 2025 ist es genau 900 Jahre her, dass Gallneukirchen erstmals urkundlich erwähnt wurde. Aus diesem Anlass plant die Stadtgemeinde Gallneukirchen ein beteiligungsorientiertes (Geschichts-)Projekt, dessen Höhepunkt im Jahr 2025 stattfinden wird. In diesem Ganzjahresprogramm soll das Leben der Gallneukirchner ‚gestern-heute-morgen‘ sichtbar gemacht werden.

Über den Sommer soll bereits ein erster „Call“ für die Einreichung von Projekten gestartet werden, die 2025 realisiert werden. Eingeladen sind alle Vereine, Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen, sich daran zu beteiligen. Das Vorhaben ist gleitet von der Idee der Inklusion: alle sollen angesprochen werden. Mit einem Programm, welches sich das gesamte Jahr durchziehen wird soll gezeigt, werden, welche Vielfalt an Ideen, kultureller Betätigung und Vereinsaktivitäten in Gallneukirchen existiert. Dabei soll gerade auch das vielfältige Angebot der Betriebe und der Gastronomie nicht zu kurz kommen. 

Ausblick auf Veranstaltungen im Juni, Juli und August: Lange Nacht der Musik und „KlangPlatz MarktPlatz“

Und auch diesen Sommer ist in Gallneukirchen ganz schön was los: am Freitag, 21. Juni steht der Gallneukirchner Zentrumsbereich ganz im Zeichen der Musik, wenn bei der „Langen Nacht der Musik“ verschiedene Locations der Innenstadt, in Kooperation mit der Landesmusikschule Gallneukirchen, von verschiedenen Acts bespielt werden. Die Bandbreite der Darbietungen reicht dabei von Soul über Rock bis hin zu Klassik. Beginn ist um 18 Uhr.

Am Freitag, 5. Juli sowie Freitag, 23. August werden dann im Rahmen von „KlangPlatz MarktPlatz“ mit „Bungee“, „Jungs von der Band“, „Joe Strauss“ sowie „Refurbed“, „Paul“ und „Vult“ Bands aus der Region zwei Abende lang den Gallneukirchner Marktplatz zum Klingen bringen.


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