Waldings Nahwärmenetz versorgt durch Landwirtschaft rund 280 Wohneinheiten
WALDING. Rund 280 Wohneinheiten und zahlreiche öffentliche Einrichtungen erhalten Wärme aus dem Waldinger Nahwärmenetz. Das Heizkraftwerk nutzt dafür Hackgut aus der Region. An der Betreibergesellschaft sind 16 Landwirte aus Walding beteiligt.

Das Nahwärmeprojekt verbindet die Forstwirtschaft mit der Wärmeversorgung vor Ort. Betreiber ist die Bioenergie Oberösterreich. Jährlich stellt die Anlage etwa 2.400 Megawattstunden Wärme bereit. Dafür werden rund 4.700 Schüttraummeter Hackgut aus der Region eingesetzt.
Leitungsnetz reicht bis ins Ortszentrum
Das Leitungsnetz ist rund 2,3 Kilometer lang. Die erste Ausbaustufe wurde 2018 umgesetzt. Der Ausbau bis ins Ortszentrum begann 2022. Bislang wurden rund drei Millionen Euro investiert.
Das Heizkraftwerk hat eine Gesamtleistung von 1.600 Kilowatt (kW). Die Anschlussleistung der versorgten Abnehmer beträgt rund 1.700 kW.
„Die Wertschöpfung bleibt in der Region, stärkt unsere bäuerlichen Familienbetriebe und schafft Versorgungssicherheit für die Bevölkerung“, sagt Bezirksbauernkammer-Obmann Peter Preuer aus Oberneukirchen.
Mehr als ein Drittel der Bezirksfläche ist Wald
Rund 22.700 Hektar Wald prägen Urfahr-Umgebung. Das entspricht etwa 34 Prozent der Bezirksfläche. Weitere 54 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Zusammen sind das fast 90 Prozent der Fläche des Bezirks mit seinen 27 Gemeinden.
Die bäuerlichen Familienbetriebe liefern Lebensmittel und Holz. Mit der Bewirtschaftung der Wälder tragen sie auch zum Schutz von Boden und Wasser sowie zum Erhalt der Kulturlandschaft bei.
„Unsere bäuerlichen Familienbetriebe leisten weit mehr als die Produktion hochwertiger Lebensmittel. Sie erhalten die Kulturlandschaft, bewirtschaften unsere Wälder nachhaltig und schaffen die Grundlage für regionale Wirtschaftskreisläufe“, betont Preuer.
Holz begleitet den Alltag
Die Engerwitzdorferin Johanna Haider, Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates, verweist auf die vielen Einsatzmöglichkeiten: „Holz begleitet uns vom Dachstuhl über Fenster, Böden und Möbel bis hin zu Papier, Verpackungen und Spielzeug. Gleichzeitig sorgt es als Brennholz oder Hackgut für erneuerbare Wärme in vielen Haushalten.“
Der Wald ist auch ein Natur- und Erlebnisraum für Familien und Kinder. Die Waldlehrinsel in Plesching vermittelt Wissen über Bäume, Tiere und nachhaltige Waldbewirtschaftung.
Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt
Die Zahl der landwirtschaftlichen Hauptbetriebe im Bezirk Urfahr-Umgebung ging von 1.737 im Jahr 2019 auf 1.599 im Jahr 2025 zurück. Im selben Zeitraum sank die Zahl der Betriebe mit Milchanlieferung von 582 auf 434.
Die Tierhaltung bleibt ein wichtiger Teil der Landwirtschaft. Der Rinderbestand liegt bei etwa 38.000 Tieren. Während der Schweinebestand leicht zurückgeht, haben die Geflügel-, Schaf- und Ziegenhaltung zugelegt. Im Bezirk werden mehr als 154.000 Stück Geflügel und über 6.200 Schafe gehalten.








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