Die Wohnungslosenhilfe Mosaik platzt aus allen Nähten, Standort für Neubau polarisiert
VÖCKLABRUCK. Das Jahr 2018 forderte das Team der Wohnungslosenhilfe Mosaik mit einer neuerlichen Steigerung der Zahl betreuter Klienten unter extremer Platznot am Standort in der Gmundner Straße heraus. Neubaupläne im Bereich Salzburger Straße/Heschgasse stoßen dort aber auf Anrainerwiderstand.

Die Wohnungslosenhilfe Mosaik des Vereins Sozialzentrum umfasst die Bereiche Wohnungssicherung, Notschlafstelle, Übergangswohnen, Mittagstisch, Finanzcoaching und Starthilfe Wohnen. Mosaik-Leiter Stefan Hindinger attestiert trotz guter WirtschaftsZahlen eine steigende Zahl an von (drohender) Wohnungslosigkeit Betroffener.
Waren es 2010 noch 438 Personen, so wurden im Jahr 2018 bereits 1.054 Menschen aus den Bezirken Vöcklabruck und Gmunden von der Wohnungslosenhilfe Mosaik betreut.Wermutstropfen dabei sind, dass die steigende Zahl der Klienten vom Mosaik-Team im wesentlichen mit dem gleichen Personalstand bewältigt werden muss und dass es auch bei den Räumlichkeiten keinerlei Vergrößerung gegeben hat. Außerdem werden die Fördermittel seitens des Landes immer weiter gekürzt. 2020 wird das Mosaik um 36.000 Euro weniger Zuschuss bekommen als noch 2015.
Mit 105 Aufnahmen (bei zehn Betten Kapazität) gab es 2018 einen Rekordwert in der Notschlafstelle. Im Übergangswohnen wurden 48 Klienten mehr betreut als 2017. Auch die Zahl der in der Delogierungsprävention begleiteten Haushalte war mit 354 sehr hoch. Ein deutliches Plus verzeichnete man bei den 2.964 ausgegebenen Essen im Mittagstisch. 2018 gaben sechs ehrenamtliche Mosaik-Mitarbeiter 28 Haushalten eine Einzugsbegleitung in ihre neuen Wohnungen und die Wohnungsagentur Vöckla-Ager von Mosaik konnte 37 Wohnungen vermitteln.
Mehr Raum ist unbedingt erforderlich
Der Mosaik Standort Gmundner Straße 102 entspricht bei weitem nicht mehr den baulichen und fachlichen Standards. Während es für ähnliche Einrichtungen in anderen Städten Oberösterreichs längst moderne Baulichkeiten gibt, hinkt Vöcklabruck nach. Im Auftrag des Landes OÖ. plant der Verein Sozialzentrum daher auf dem Areal zwischen Meierhof der Franziskanerinnen (Salzburger Straße) und den Gebäuden Heschgasse 3 und 5 einen Neubau für die Wohnungslosenhilfe Mosaik. Geplant sind ein Beratungszentrum, eine Notschlafstelle mit 15 Plätzen sowie bis zu sieben Übergangswohnungen. Eine konkrete Planung gibt es noch nicht, weil das Umwidmungsverfahren abgewartet wird. Proteste und Bedenken könnten die Widmung verhindern.
So laden Franziskanerinnen und Sozialzentrum Anrainer am Donnerstag, 14. März, um 19 Uhr ins Mutterhaus zum Projekt-Infoabend. Am Freitag, 15. März sind beim Tag der offenen Tür von 14 bis 18 Uhr dann alle Interessierten eingeladen, die bestehende Notschlafstelle in der Gmunder Straße 102 zu besichtigen.
Bürgermeister Herbert Brunsteiner (ÖVP) zum geplanten Projekt: „Aufgrund von Beschwerden, die im derzeitigen Verfahren eingelangt sind, werde ich dem Gemeinderat empfehlen, die Umwidmung nicht zu beschließen.


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