Lebenshilfe OÖ will zum 50-Jahr-Jubiläum in Vöcklabruck den Trommel-Weltrekord brechen
VÖCKLABRUCK. Die Lebenshilfe Oberösterreich wurde am 21. Oktober 1969 in Vöcklabruck gegründet. Seit 50 Jahren unterstützt sie die Selbstbestimmung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung und strebt eine inklusive Gesellschaft an, in der alle Menschen gleichwertige Mitglieder sind. Zur 50-Jahr-Feier ist im Stadtpark auch der Weltrekordversuch „Largest drumming lesson“ mit mehr als 2.000 Trommlern geplant.

„Eine inklusive Gesellschaft bedeutet, dass alle Menschen in eben diese eingebunden sind, unabhängig von ihren Fähigkeiten, Einstellungen oder Einschränkungen, wie beispielsweise körperliche oder intellektuelle Beeinträchtigung“, erklärt Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe OÖ zum Jubiläum.
Von Elterninitiative zur Behindertenhilfe in OÖ
Die Gründung der Lebenshilfe Oberösterreich vor 50 Jahren liegt in der Sorge um die Zukunft von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung begründet. „Mit fortlaufender Schulzeit stellte sich den Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung die Frage, was mit ihren Kindern nach der Schulzeit geschieht“, so Helga Scheidl, Präsidentin der Lebenshilfe OÖ und selbst Mutter eines beeinträchtigten Sohnes. So erfolgte im Jahr 1969 die Gründung der Lebenshilfe Oberösterreich, bei der Schuldirektoren, Sonderschullehrer sowie dieElternvereinigung der Sonderschule Vöcklabruck mitwirkten. „Damals gab es für Menschen mit Beeinträchtigung nur konfessionell betriebene Großeinrichtungen“, blickt Scheinast zurück. Im Jahr 1971 ging die erste Werkstätte für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung der Lebenshilfe in Betrieb. Heute betreibt die Lebenshilfe Oberösterreich 41 Werkstätten und 51 Wohneinrichtungen. Darüber hinaus zählen Kindergärten, Frühförderstellen und ein heilpädagogischer Hort zum flächendeckenden Angebot im ganzen Bundesland. Mehr als 1.850 Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung werden von rund 1.400 Mitarbeitern begleitet.
Inklusives Trommel-Fest in Vöcklabruck
Mehr Miteinander soll es bei einem inklusiven Event geben, bei dem Menschen mit und ohneBeeinträchtigung gemeinsam etwas Großes schaffen, nämlich den Weltrekord der „Largest drumming lesson“ im Stadtpark in Vöcklabruck. „Wir feiern mehr Miteinander seit 50 Jahren. Mit dieser inklusiven Veranstaltung leben wir das Miteinander einmal mehr“, erklärt Walter Edtbauer. Das Trommeln hat in der Lebenshilfe OÖ eine lange Tradition, in vielen Einrichtungen der Lebenshilfe gibt es leidenschaftliche Trommelgruppen. „Teil eines Weltrekordversuchs zu sein, bietet zusätzlichen Ansporn dabei zu sein, ist medienwirksam und bietet daher eine gute Plattform, um die Lebenshilfe OÖ und ihre Anliegen einem großen Publikum näherzubringen“, sagt Gerhard Scheinast. Vöcklabruck bietet sich zudem aus historischer Sicht als Veranstaltungsort an: Vor 50 Jahren wurde die Lebenshilfe OÖ in Vöcklabruck gegründet, nun wird an diesem Ort ein Fest des Miteinanders initiiert. Nach den Special Olympics Sommerspielen im Vorjahr, bei dem die Bevölkerung als Zuseher und als freiwillige Helfer eingebunden war, findet in Vöcklabruck nun eine Veranstaltung zum Mitmachen statt. Der aktuelle Weltrekord für die „largest drumming lesson“ liegt bei 1.827 Teilnehmern und wurde am 3. Oktober 2016 von Ispire-Works in London erreicht. Dieser soll am 13. September 2019 von Djembenspielern in Oberösterreich gebrochen werden. „Jeder Teilnehmer muss auf demselben Trommeltyp spielen. Ein Mischen von Trommeln ist gemäß den Richtlinien von Guinness World Records nicht möglich. Der Weltrekordversuch findet daher auf den in Österreich gängigen Djemben statt“, erklärt Walter Edtbauer.
Alle sind eingeladen, mitzumachen
„Etwas Großes kann nur gemeinsam erreicht werden. Wir hoffen daher auf zahlreiche Teilnehmer und möchten dazu alle Interessierten herzlich einladen, mitzumachen“, betont Helga Scheidl. Mitmachen kann jeder, der bereit ist, auf einer Djembe den Anweisungen des erfahrenen Trommellehrers Pepi Kramer über einen Zeitraum von 60 Minuten zu folgen. Dafür sind keine Trommel-Vorkenntnisse notwendig. Es handelt sich um eine Unterrichtsstunde, daher dürfen auch Fehler gemacht werden. Wer selbst nicht trommeln möchte ist eingeladen, als Zuseher Teil des Weltrekords zu werden. Die Landesmusikschulen OÖ sind Kooperationspartner und beteiligen sich daran, gemeinsam etwas Großes zu schaffen. „Trommeln, Rhythmus und Musik vereint Menschen weltweit und wird in den Oö. Landesmusikschulen auch tagtäglich vorgelebt. Es ist uns daher ein großes Anliegen, die Initiative der Lebenshilfe OÖ tatkräftig zu unterstützen und freuen uns auf eine erfolgreiche und verbindende „largest drumming lesson““, sagt Markus Lindner, Fachgruppenleiter für Schlaginstrumente im Oö. Landesmusikschulwerk.


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