Bürgermeister-Hilferuf bezüglich Gahberg: „Es kann so nicht mehr weitergehen“

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Wolfgang Macherhammer Wolfgang Macherhammer, Tips Redaktion, 23.11.2020 13:18 Uhr

WEYREGG/A. Unten Nebelsuppe verbunden mit frischen Temperaturen, am Gahberg aber um die 20 Grad, blauer Himmel und unendliche Weitsicht: Dies ist der Zeitpunkt, wo die Verkehrslawine anrollt, die man in Weyregg auch von den Sommermonaten kennt. 

Ausflügler, Spaziergeher und Wanderer – der Gahberg ist ein Besuchermagnet, verbunden mit einem Verkehrschaos und Hunderten Menschen. „Kritik an dieser Situation äußern vor allem die Landwirte schon länger. Jetzt haben sie die Nase endgültig voll“, sagt Weyreggs Bürgermeister Klaus Gerzer. Seit Corona einen regelrechten Ausflugsboom ausgelöst hat, fühlen sie sich von Staus, Hupkonzerten, wildem Parken und rücksichtslosem Verhalten derart gestört, dass für sie feststeht: Es muss eine Lösung her! Am Wochenende und an Feiertagen geht es mit dem ersten Sonnenstrahl los und endet mit dem letzten. Die 20 öffentlichen Parkplätze in der Nähe der Gahberg Kapelle sind meist schon früh belegt.

Der Kampf um's Parken ist gnadenlos

Dann beginnt der Kampf um die letzten Parkmöglichkeiten. Geparkt wird überall, wo einige Quadratmeter frei sind. Dabei werden landwirtschaftliche Flächen wie Wiesen, Weiden und sogar Hofeinfahrten als Ersatz für nicht mehr gefundene Parkmöglichkeiten genutzt. „Ich habe ja überhaupt nichts dagegen, dass die Menschen wandern und die Natur genießen, allerdings darf das nicht auf Kosten von anderen geschehen. Es kann doch nicht sein, dass die Menschen, die in einem Naherholungsgebiet leben, nach einem derartigen Wochenende erst mal selbst Erholung brauchen“, sagt Bürgermeister Gerzer. „Wir lassen uns das nicht mehr länger gefallen!“

Die Grundbesitzer wünschen sich deshalb Lösungen mit mehr Durchschlagskraft. Ihre Ideen reichen von Abzäunen sämtlicher Wiesen und Weideflächen bis hin zu einer zeitlich beschränkten Sperre der Gahbergstraße. „Wir nehmen das Problem auch ernst“, so der Bürgermeister. „Ich erhoffe mir eine massive Unterstützung der Exekutive, die mir auch zugesichert hat, mehrmals täglich am Gahberg präsent zu sein und Parksünder, wenn es sein muss, auch zu strafen.“ Auch dem Naturpark Attersee-Traunsee ist diese Problematik bewusst. Aus diesem Grund versucht eine Arbeitsgruppe bestehend aus Landwirte, Touristiker, Wanderer, Sportler und Bürgermeister, Auswege und Alternativen zum Thema „Besucherlenkung“ zu finden.

Bürgermeister Gerzer: „Genießen Sie die wunderbare Landschaft und wandern sie zu Fuß auf den Gahberg. Es gibt viele Wanderwege, die sie vom Ort auf den Gahberg führen.“

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Kommentare

  1. Jack
    Jack27.12.2020 19:33 Uhr

    - Handeln der Gemeinde ist notwendig - ein Hilferuf des Bürgermeisters hilft niemanden - Lösungen sind gefragt...

  2. floduR
    floduR25.11.2020 21:24 Uhr

    Ja ganz einfach ... - ... einen Schranken setzen auf der Gahbergstraße ca. 250 m nach der Bachtaverne, wo die Häuser und die Straßenbeleuchtung aufhören und der Wald beginnt. Der Schlüssel zur Sternwarte sperrt den Schranken. Der Schranken darf ja in ruhigen Zeiten ruhig offen bleiben ...

  3. Gust
    Gust 24.11.2020 21:39 Uhr

    Maut - 10 Euro pro Fahrt oder Person wie Postalm, Loser 80% weniger Leute

    • Johann26.11.2020 10:23 Uhr

      Gahberg - wenn man als Anrainer nicht betroffen ist, kann man leicht reden.
      Es kann nicht sein, das durch teilweise wild gewordene, parkplatzsuchende Menschenhorden private Besitzstörungen stattfinden. Der Grundbesitzer von uneinsichtigen Ausflüglern bedroht und beschimpft wird.
      Scheinbar müssen Grundbesitzer ihr Eigentum Videoüberwachen, einen Anwalt nehmen und jeden Falschparker gnadenlos zur Kasse bitten.

    • Mitzi26.11.2020 10:28 Uhr

      Gahberg - ein Vergleich zwischen Ausflüglern Gahberg und Wachtberg ist etwas absurd.
      Auf den Wachtberg fährt man um essen zu gehen oder um Schi zu fahren.
      Auf den Gahberg fahren Ausflügler, Spaziergeher, die in die Sonne wollen - und das in Massen....

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