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Gelebte Inklusion im Vöcklabrucker Kleinstadtbiotop

Emma Salveter, 27.02.2025 08:14

VÖCKLABRUCK. Nach 30 Monaten Entwicklungsphase und 15 Monaten Betrieb im Kleinstadtbiotop, in denen die Lebenshilfe-Werkstätte Vöcklabruck 1 maßgeblich mitgeplant und entwickelt hat, ziehen die Initiatoren, Beschäftigten und Mitarbeiter nun ihr Fazit.

Lukas Millinger beim Markthallen Dienst im Kleinstadtbiotop (Foto: Thomas Koller)
Lukas Millinger beim Markthallen Dienst im Kleinstadtbiotop (Foto: Thomas Koller)

Die neun Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, die im Kleinstadtbiotop arbeiten, können sich keinen anderen Arbeitsbereich mehr vorstellen. In der Integrativen Beschäftigung erhalten sie die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten in Unternehmen, Vereinen oder bei Privatpersonen einzubringen und so am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Matthias Puttinger, Beschäftigter aus der Werkstätte Regau, ist immer Mittwoch und Freitag im Kleinstadtbiotop vor Ort: „Ich fühle mich im gesamten Team sehr wohl und gut angekommen. Mir gefällt der Kassadienst in der Markthalle und das Arbeiten im Graffiti Shop-Galerie am besten.“

„Die Ansprüche und die Einsatzbereiche für inklusive Beschäftigung waren bei der Planung schon hoch angesetzt. Wenn wir uns jetzt die Vielzahl an Tätigkeiten ansehen, welche von den Beschäftigten der Lebenshilfe übernommen werden, dann haben wir uns selbst übertroffen“, reflektiert Lebenshilfe-Werkstättenleiter und Vorstandsmitglied Sebastian Thon. Die gelungene Inklusion wurde mit dem Österreichischen Inklusionspreis 2024 in der Kategorie „Arbeit & Wirtschaft“ gewürdigt.

Vielfältige Aufgaben

Heute übernehmen die Beschäftigten nicht nur Aufgaben wie Mitgliederverwaltung, Reservierungen und Informationsvermittlung, sondern sind auch erste Ansprechpartner für Besucher, leiten Führungen und sind der zentrale Punkt im Haus. Mit Leidenschaft führen sie den Lebenshilfe-Shop und den Secondhand Modeshop, verwalten die Kleiderbügelmiete und organisieren den Verkaufsstand in der Markthalle mittwochs. Außerdem kümmern sie sich um den Marktplatz, die Kinderranch und bereiten die gesunde Nachmittagsjause für die Nachhilfeschüler des Caritas Lerncafés vor. #

Jeden letzten Montag im Monat veranstaltet das Team ein Strick- und Kreativcafé als Treffpunkt für alle Interessierten. Susanne Rosenkranz freut sich jeden Monat auf diesen Termin: „Hier kann ich meine Strickwerke in gemütlicher Runde fertigstellen und direkt in unserem Lebenshilfe-Shop in der Markthalle verkaufen.“ In der Pizzeria De Michele übernehmen die Beschäftigten verschiedene Vorbereitungsaufgaben für Service und Küche. Von Dienstag bis Donnerstag heißt Richi Schiefer von der Lebenshilfe-Werkstätte Regau die Mittagsgäste willkommen und unterstützt das Serviceteam. Auf Initiative von Lukas Millinger nahm die Lebenshilfe 2024 ihren Marktstand am Vöcklabrucker Wochenmarkt auf, um Produkte aus den Lebenshilfe-Werkstätten der Region anzubieten. „Nach der Winterpause geht es im April weiter, vielleicht sogar mit mehr Produkten“, verspricht Lukas Millinger.


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