Digitale Grundbildung in der Volksschule Gampern
GAMPERN. Seit dem Schuljahr 2023/24 beteiligt sich die Volksschule Gampern als einzige Schule im Bezirk Vöcklabruck am oberösterreichweiten Pilotprojekt „TechnikBoxextended“. Ziel ist es, Kinder frühzeitig und spielerisch an digitale Themen heranzuführen – mit Kreativität, Teamarbeit und viel Neugier.

Ein zentraler Bestandteil ist die Digitale Lernwerkstatt, die in der dritten und vierten Schulstufe regelmäßig im Vierwochen-Rhythmus stattfindet. Gemeinsam gestalten die Klassenlehrerinnen und Sonderpädagogin Eva-Maria Höltinger, die seit Frühjahr 2023 an der Schule unterrichtet, eine Doppelstunde, in der die Kinder in die Welt des Programmierens, der Medienbildung und des forschenden Lernens eintauchen.
Bauen, Coden, Staunen
Gearbeitet wird dabei unter anderem mit LEGO® Education SPIKE™ Essential, einem Lernsystem, das kreatives Bauen mit digitaler Programmierung verbindet. Die Kinder konstruieren Modelle wie Karussells, Polizeiautos oder Schaukeln – und lassen sie mithilfe von Tablets und einfachen Programmierbefehlen lebendig werden. Dabei geht es nicht um ein fixes Ergebnis, sondern um das Entdecken, Erforschen und gemeinsame Tun. „Die Kinder lernen ganz viel voneinander, sie helfen einander, probieren aus, verändern, entwickeln weiter – das macht Lernen lebendig“, sagt Claudia Hiesberger, Klassenlehrerin der 4. Klasse. Besonders wichtig sei dabei auch die gemeinsame Reflexion am Ende jeder Stunde: „Wie ist es dir mit der Zusammenarbeit gegangen? Was hast du Neues entdeckt? Was wollen wir beim nächsten Mal anders machen? – Diese Fragen fördern nicht nur die Eigenverantwortung, sondern auch ein wertschätzendes Miteinander.“ Eva-Maria Höltinger, die in ihrer Rolle als Sonderpädagogin auch Kinder mit besonderem Förderbedarf im Schulalltag begleitet, schätzt besonders die Offenheit des Formats: „In der Digitalen Lernwerkstatt können Kinder ihre Stärken zeigen, ihrer Neugier folgen und mit Freude lernen. Es ist ein Raum, in dem Potenzialentwicklung ganz natürlich passiert – ohne Druck, aber mit viel Begeisterung.“
Kritischer Umgang mit Informationen
Neben dem Programmieren mit Lego-Spike werden auch wichtige Themen rund um den bewussten Umgang mit digitalen Medien behandelt: etwa Internetsicherheit, gezielte Recherche, kritischer Umgang mit Informationen oder die Geschichte und Funktionsweise von Computern. Die Kinder erfahren, wie digitale Inhalte entstehen, wie man sie sinnvoll nutzt – und wie man sich darin nicht verliert. „Man spürt, dass sie sich auskennen wollen, dass sie verstehen wollen, was hinter der Technik steckt. Dieses Interesse ist der perfekte Ausgangspunkt für nachhaltiges Lernen“, betont Höltinger.
Für Claudia Hiesberger ist klar, dass diese Form von Unterricht weit über Technikvermittlung hinausgeht: „Die Kinder arbeiten konzentriert, kreativ, sie entwickeln Ideen, setzen sie um – und sind dabei hochmotiviert. Das gemeinsame Tüfteln, die Selbstwirksamkeit, die Freude an der Sache – das sind echte Lernmomente.“ Auch Schulleiterin Isabella Zehetner zeigt sich überzeugt vom Konzept: „Digitale Bildung ist nicht einfach ein Zusatz. Sie ist längst Teil unserer Lebenswelt – und damit auch Teil der Schule.“


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