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Klinische Onkologie – maßgeschneiderte medikamentöse Therapie für Brustkrebspatientinnen

Martina Ebner, 15.10.2015 12:29

VÖCKLABRUCK. Die Diagnose Brustkrebs verändert das Leben der Betroffenen schlagartig. Ist der erste Schock überwunden, stellt sich die Frage, mit welcher Methode die Erkrankung am besten behandelt werden kann. Neben der operativen Entfernung des Tumorgewebes und der Bestrahlung kommt der sogenannten Klinischen Onkologie - also der Behandlung mit speziellen Medikamenten - eine besondere Bedeutung zu. Diese wird an der Interdisziplinären Brustambulanz am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck individuell auf die Patientinnen zugeschnitten - sowohl im frühen Stadium der Erkrankung als auch bei fortgeschrittenem, metastasierendem Brustkrebs.
 

Oberarzt Ferdinand Haslbauer, klinischer Onkologe am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. Foto: gespag

„Bei frühzeitiger Diagnose von Brustkrebs erfolgt die Behandlung adjuvant, das heißt vorbeugend. Dadurch kann das Wiederauftreten der Erkrankung oder das Entstehen von Metastasen verhindert werden“, erklärt Oberarzt Ferdinand Haslbauer, klinischer Onkologe am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck. Je nach der im Einzelfall erhobenen Prognose und den biologischen Eigenschaften des Tumors, sowie individuellen, patientenbezogenen Kriterien, wird die Art dieser vorbeugenden Behandlung festgelegt. In Frage kommen drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die maßgeschneidert zur Anwendung kommen: Chemotherapie, Antihormontherapie oder Antikörpertherapie.

Die individuelle Therapie wird auf Basis von Ergebnissen klinischer Studien sowie international und nationaler Therapieempfehlungen festgelegt. Neben diesen vorbeugenden Therapien beschäftigen sich klinische Onkologen auch mit supportiver Therapie, die der besseren Verträglichkeit der oben genannten Therapiemöglichkeiten dient sowie der Weiterbetreuung der Patientinnen nach Beendigung der adjuvanten Therapie.

„Besonders große Tumore können durch eine Therapie vor der Operation verkleinert werden, um optimale Operationsbedingungen zu schaffen“, sagt der Experte. 

Ist der Brustkrebs schon fortgeschritten und haben sich bereits Metastasen gebildet, ist es das Ziel der klinischen Onkologie, das Wachstum der Metastasen zu unterbinden und deren Zahl und Größe zu verringern, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verlangsamen. Die Überlebenszeit kann dadurch verlängert werden, wobei gleichzeitig die möglichst lange Erhaltung einer guten Lebensqualität als oberstes Prinzip gilt.


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