Fit in den Frühling – am besten an der frischen Luft
VÖCKLABRUCK. Auch wenn sich der Winter nicht von der strengsten Seite gezeigt hat, die kalte Jahreszeit lädt trotzdem nicht gerade zur Bewegung im Freien ein. Außerdem haben die besonderen Umstände rund um die Pandemie den Trend zum „Couchpotato-Dasein“ zusätzlich verstärkt. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen ist es aber höchste Zeit, um aus dem Winterschlaf zu erwachen und sich für das Frühjahr fit zu machen.

Aktivitäten wie Laufen, Wandern oder Rad fahren an der frischen Luft und in der Sonne tragen dazu bei, dass der Serotoninspiegel im Blut erhöht wird und die oft lähmende Frühjahrsmüdigkeit erst gar nicht aufkommt. Beim Sport muss allerdings darauf geachtet werden, dass man es nach der Winterpause nicht übertreibt, sondern die Intensität langsam steigert. Oft ist weniger auch mehr, rät Stefan Petritsch vom Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck: „Entscheidend ist nicht, was man macht, sondern dass man etwas macht. Das beginnt schon damit, dass man auf den Lift verzichtet und kürzere Strecken zu Fuß geht oder mit dem Rad fährt. Jeder Schritt, jede Bewegungseinheit zählt. Wesentlich ist dabei die Regelmäßigkeit.“
Sport bewusst, nicht gestresst
Wer sich sportlich betätigen will, sollte sich bewusst Zeit für seine Bewegungseinheiten nehmen. Die Trainings sollten nicht zwischen zwei Termine hineingequetscht werden, weil das zu zusätzlichem Stress führt. „Nach einem anstrengenden Tag ist ein gemütlicher Spaziergang zum Ausgleich geeigneter als ein intensives Training. Beginnen Sie nach der Winterpause nicht mit einer anstrengenden Bergtour, sondern fangen Sie mit Wanderungen in Ihrer Umgebung an. Setzen Sie sich realistische Ziele, kurzfristige und langfristige“, so Petritsch.
Sport muss Spaß machen
Anfängern und Wiedereinsteigern rät der Facharzt für physikalische Medizin zu Sportarten, die man eventuell schon von früher kennt, die technisch nicht zu schwierig und mit möglichst wenig Materialaufwand durchführbar sind. Im Vordergrund sollte auf jeden Fall der Spaß an der Bewegung stehen. Eine Überbelastung und daraus resultierende Schmerzen sind ein Signal dafür, dass man etwas falsch macht. Auch Menschen mit chronischen Erkrankungen profitieren von regelmäßiger Bewegung. „Es gibt dafür bis auf wenige Ausnahmen eine nahezu uneingeschränkte Empfehlung. Außerdem tut man damit nicht nur seinem Körper, sondern auch seiner Seele etwas Gutes. Bevor man mit sportlichem Training beginnt, sollte aber unbedingt eine sportmedizinische Untersuchung erfolgen“, sagt Petritsch.
Kein Grund, sich nicht zu bewegen
Mit der individuell richtigen Dosis an Bewegung steht einem guten Start in den Frühling nichts im Weg. Die WHO empfiehlt für Erwachsene 150 bis 300 Minuten moderates Ausdauertraining pro Woche oder 75 bis 150 Minuten intensives Training an zumindest drei Tagen pro Woche. Kinder sollten sich zumindest eine Stunde täglich bewegen. Beginnen sollte man auf jeden Fall mit kürzeren Bewegungseinheiten, die dann den persönlichen Möglichkeiten entsprechend angepasst werden. Für weitere positive Gesundheitseffekte sollte man zudem noch zweimal wöchentlich seine Kraft und Beweglichkeit trainieren. „Gerade nach der längeren Winterzeit steigert regelmäßige Bewegung die Leistungsfähigkeit, senkt das Stressniveau, verbessert das Schlafverhalten und die Lebensqualität und stärkt nebenbei noch das Immunsystem. Für mich gibt es deshalb keinen Grund, sich nicht zu bewegen“, verrät Stefan Petritsch das Geheimnis, wie man am besten fit in den Frühling startet.


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