Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

Besuchsdienst des Roten Kreuzes auch im Bezirk Vöcklabruck immer stärker nachgefragt

Wolfgang Macherhammer, 24.03.2026 11:56

VÖCKLABRUCK. Ein Drittel der Menschen in Oberösterreich über 65 Jahren lebt alleine – viele von ihnen sozial isoliert. „Wir als Rotes Kreuz steuern dagegen – niemand soll ungewollt alleine bleiben und vergessen werden. Unsere mehr als 1.000 Freiwilligen im Besuchsdienst schenken Zeit und Aufmerksamkeit“, sagt OÖ. Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz.

Besuchsdienst-Mitarbeiter Rudi Staufer ist mit Elisabeth Beyer am Weg zum Grab ihres Mannes. (Foto: OÖRK/Vöcklabruck)

Der Besuchsdienst des OÖ. Roten Kreuzes wird immer gefragter: In den vergangenen fünf Jahren stieg die Zahl der betreuten Menschen von 1.198 auf 1.606. Das bedeutet eine Steigerung von 34 Prozent. 1.063 Freiwillige bringen jährlich in 68.000 Stunden Lebensfreude zu Menschen, die sich mehr soziale Kontakte wünschen. Die Besuche sind kostenlos und richten sich nach den Bedürfnissen der Betroffenen.

„Mit der Zeit sind wir ziemlich beste Freunde geworden“

Wenn Rudi Staufer aus Regau bei Elisabeth Beyer aus Vöcklabruck klingelt, steht meist schon der Kaffee bereit. Gemeinsam sitzen sie am Küchentisch, reden und lachen viel. Rudi ist einer der mehr als 1.000 Freiwilligen im Besuchsdienst und engagiert sich seit vielen Jahren im Bezirk Vöcklabruck. Mit Elisabeth verbindet ihn inzwischen eine enge Freundschaft. Gemeinsam sitzen sie am Esstisch in Elisabeths Wohnzimmer und trinken Kaffee. Danach besuchen sie das Grab ihres Ehemannes, der vor einiger Zeit verstorben ist. „Mit der Zeit sind wir ziemlich beste Freunde geworden. Wir reden über alte Zeiten, unsere Hobbys, haben Spaß und sind uns ans Herz gewachsen“, erzählen die beiden. Seit ihr Mann verstorben ist, wurde Elisabeths Alltag stiller. Die regelmäßigen Besuche von Rudi bringen wieder Leben in die Wohnung.

Einsamkeit ist mehr als ein Gefühl – sie kann krank machen. Studien zeigen: Wer einsam ist, schläft schlechter, fühlt sich gestresst, wird öfter krank und kann sogar schneller altern. Das Risiko für Depressionen, Angststörungen, Demenz, Herzinfarkt und chronischem Stress steigt. Oft braucht es nur kleine Gesten: Ein Gespräch, ein Spaziergang oder einfach gemeinsame Zeit. Wenn Menschen krank oder nicht mehr mobil sind, wird es aber schwieriger, soziale Kontakte zu pflegen. Viele ziehen sich zurück, das Selbstvertrauen sinkt. Genau hier setzt der Besuchsdienst an: Die freiwilligen Mitarbeiter schenken Zeit, Aufmerksamkeit und neue Lebensfreude.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden