BEZIRK VÖCKLABRUCK. Frauen verdienen in Österreich auch im Jahr 2015 – gemessen an Vollzeitbeschäftigung - immer noch um 23,85 Prozent weniger als Männer. In Oberösterreich ist die Einkommenssituation für Frauen sogar noch schlimmer: Hier müssen Frauen mit 27,1 Prozent weniger Gehalt auskommen als ihre männlichen Kollegen. “Dass es in einem wohlhabenden Land wie Oberösterreich nach wie vor Frauen mit Existenzängsten gibt, weil trotz Arbeit zu wenig Geld zum Leben da ist, ist absolut untragbar“, sagt dazu die Grüne-Frauensprecherin Maria Buchmayr.
Statistisch gesehen mussten die Frauen im Bezirk Vöcklabruck ganze 106 Tage lang – von Jahresbeginn bis zum 16. April „umsonst“, also unentgeltlich arbeiten. Die Gehaltsschere ist noch weiter geöffnet als im OÖ Durchschnitt und liegt bei 28,9 Prozent (Daten der AK vom Herbst 2014). „Männer bekamen bis zu diesem Tag bereits 9.282,-- Euro netto aufs Konto überwiesen, Frauen nichts, also 0 Euro“, beklagt Claudia Hauschildt-Buschberger, Bezirkssprecherin der Grünen Vöcklabruck, diese rechnerische Tatsache. „Dieser Zustand ist nicht länger tragbar. Es ist nicht einzusehen, warum Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn oder Gehalt erhalten sollen“, so Hauschildt-Buschberger weiter. Im Bezirk Vöcklabruck liegt die Frauenerwerbsquote relativ genau im Oberösterreich-Schnitt. 46,3 Prozent aller im Bezirk wohnenden Frauen stehen in Beschäftigung. Der Lohnanteil ist allerdings deutlich geringer als im Durchschnitt des Bundeslandes. 31,6 Prozent aller Einkommen werden von Frauen erwirtschaftet. Das liegt vor allem an der nach wie vor hohen Teilzeitquote. Mit 51,8 Prozent arbeitet jede zweite Frau nicht Vollzeit. Die Ursachen liegen für Claudia Hauschildt-Buschberger auf der Hand: „Immer noch gibt es zu wenig Kinderbetreuungseinrichtungen. Und immer noch sind die Öffnungszeiten nicht auf berufstätige Frauen abgestimmt. Eine Ausweitung auf die Nachmittage und natürlich die Ferienzeit ist längst überfällig“. Hauschildt-Buschberger bemängelt weiter, dass fast alle Kindergärten mit ihren Plätzen am oberen Limit angelangt sind und Kinderbetreuungsplätze für unter Dreijährige im Bezirk oft sehr lange Wartezeiten haben. Viele Frauen – häufig mit Migrationshintergrund – sind gezwungen mehrere Teilzeitstellen im unteren Lohnsegment anzunehmen um ihre Familien versorgen zu können. „Frauen sind doppelt belastet, weil zwischen den einzelnen Arbeitsstellen auch immer noch die Wegzeiten hinzukommen. Kein Wunder also, dass sich viele Frauen schwer tun, Familie und Beruf zu vereinen. Und so lange Väter mehr verdienen als Mütter, werden sie auch nicht öfter in Karenz gehen“, so Hauschildt-Buschberger. Die Ursachen für die immer noch eklatante Einkommensschere und deren Folgen für Frauen müsse man systematisch betrachten, so die Grünen: Geringere Entlohnung in häufig schlechter bezahlten Berufen, die hohe Teilzeitquote und der Ausfall von Gehaltssprüngen durch Karenzzeiten. All das wirke sich in späteren Jahren auf die Pension aus. „Frauen sind daher später sehr viel häufiger von Altersarmut betroffen als Männer“, stellt Gottfried Hirz, regionaler Abgeordneter, fest. Zwischen Frauen- und Männerpensionen betrug die Differenz im Jahr 2013 ganze 524,79 Euro. Männer bekamen im Durchschnitt 1.358,85 Euro, Frauen nur 834,79 Euro.
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