Spar reagiert auf gestrige Proteste der Bauern vor einzelnen Filialen
BEZIRK. In einer Aussendung hat Spar zu den Protesten von Landwirten am gestrigen Mittwoch vor einigen Filialen reagiert. Hinter den Auffahrten mit Traktoren stand der oö. Bauernbund. Die Forderungsliste des Bauernbundes beinhaltet faire Preise für die landwirtschaftlichen Produkte, einen Stopp der „überbordenden Aktionitis“ auf Kosten der Verarbeiter und Produzenten, einen Regionalbonus auf heimische Lebensmittel und ein Ende „der Konsumententäuschung mit den rot-weiß-roten Fähnchen.“

Spar kontert den Argumenten des Bauernbundes wie folgt:
Worum geht es bei diesen Demonstrationen?
Bei den Landwirten, die konventionelle Milch erzeugen, gibt es derzeit eine große Sorge: Es werden EU-Förderungen und andere Ausgleichszahlungen wegfallen. Sie befürchten, dass sie noch stärker unter Druck kommen werden. Daher fordern die Bauern von den Molkereien und indirekt von den Handelsketten derzeit massive Preiserhöhungen. Darüber verhandelt Spar derzeit mit den Molkereien. Wissen muss man aber, dass Preiserhöhungen alleine die Lage der Bauern nicht wesentlich verbessern werden, da es hier um ein großes strukturelles Problem innerhalb der Landwirtschaft geht, das eigentlich die Politik lösen sollte.
Spar verhandelt derzeit mit den Molkereien
Als Handelsunternehmen ist es die Aufgabe von Spar, sowohl für die Molkereien (und damit indirekt für die Bauern) als auch für die Konsumenten einen angemessenen Preis zu verhandeln. Das geschieht derzeit. Leider hat sich in der Bauernschaft das falsche Gerücht verbreitet, dass die Preisgespräche abgebrochen worden seien. Das ist falsch! Richtig ist, dass Spar nach wie vor in Verhandlungen mit den Molkereien ist. „Wir sind sicher, dass wir diese Verhandlungen mit den Molkereien auch zu einem positiven Abschluss bringen werden!“ Von der gesamten in Österreich erzeugten Milch gehen nur ca. 9 % an Spar. Jedoch über 60 % der heimischen Milch werden ins Ausland exportiert! Dafür bekommen die Molkereien einen deutlich niedrigeren Preis als von den heimischen Handelsketten. Den von den Bauern immer wieder geforderten Österreichbonus gibt es also längst.
Spar zahlt Zuschläge
Für viele Produkte bezahlt Spar der Landwirtschaft bereits heute freiwillige Zuschläge, besonders für bestimmte Qualitätsprojekte, wie zum Beispiel für Heumilch, für Wiesenmilch, für Bio-Bergbauernmilch. Spar ist seit Jahrzehnten ein sehr guter Partner der Landwirtschaft und hat sich in vielen Bereichen sogar freiwillig verpflichtet: So führt Spar seit 25 Jahren ausschließlich heimisches Frischfleisch mit AMA-Gütesiegel, zu 100 % heimische Eier und zu 100 % heimische Milch. Bei Butter kommen fast 90 % aus dem Inland, bei Obst und Gemüse kommt alles in die Regale, was es in Österreich saisonal verfügbar gibt. Alleine für die Bio-Linie Spar Natur*pur arbeiten 7.000 österreichische Biobauern. Ein derartig starkes Bekenntnis des Handels gegenüber den heimischen Bauern gibt es übrigens in ganz Europa nirgends in dieser Form!
Preisaktionen
Die Bauern fordern auch immer wieder, dass der Handel die Preisaktionen unterlässt. Sie finden, dass ihre Produkte dadurch an Wert verlieren. Sie fürchten außerdem, dass sie deshalb zu wenig Geld dafür bekommen. Das stimmt in dieser Form nicht, denn den Spannenverlust bei den Aktionen trägt zum größten Teil Spar. Zudem helfen Aktionen den landwirtschaftlichen Erzeugern, den Absatz ihrer Markenprodukte zu erhöhen und Mehr- und Überproduktionen an die Kunden zu bringen. Deshalb werden Aktionen auch oft von den Produzenten selbst gefordert.


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