ÖGB Vöcklabruck ruft Beschäftigte auf, Betriebsräte zu gründen
BEZIRK VÖCKLABRUCK. Rund 600 aktive Betriebsräte setzen sich im Bezirk für die Anliegen ihrer Kollegen ein. In Krisenzeiten, in denen sich Arbeitswelten von einem Tag auf den anderen ändern, sind sie besonders gefordert.

Gerade weil Arbeitnehmer mehr Unterstützung bräuchten denn je, startet der ÖGB die Kampagne „Sei du die starke Stimme“. Ziel ist die Gründung neuer Betriebsratskörperschaften. „Wir wollen die Arbeitnehmer dazu motivieren, etwas zu verändern und ihre Lage im Betrieb zu verbessern, indem sie sich entscheiden, die starke Stimme für die Kollegen zu sein und Betriebsrat zu werden“, sagt ÖGB-Regionalsekretär Frederik Schmidsberger.
Besser durch die Krise
Gerade im schwierigen Jahr 2020 habe sich gezeigt, dass Betriebe mit Betriebsrat besser durch die Krise kommen. Bei der Kurzarbeit hätten sich Betriebsräte bewährt, weil sie Vereinbarungen mit der Geschäftsleitung abschließen können, die für alle gelten und außerdem über arbeitsrechtliches Know-how verfügen. „Vielen Arbeitnehmern ist bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass jemand da ist, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht, wenn Probleme auftauchen“, berichtet Schmidsberger. „Besonders in Krisenzeiten brauchen Arbeitnehmer tatkräftige Betriebsräte, die das Sprachrohr der Belegschaft sind und sich für die Rechte und Interessen ihrer Kollegen einsetzen.“
Weniger Probleme
Eines sei klar, so der ÖGB-Sekretär: „In Betrieben mit Betriebsrat ist das Arbeitsklima besser, es gibt weniger Probleme und wenn es welche gibt, können sie mithilfe des Betriebsrates leichter gelöst werden. Der Betriebsrat unterstützt seine Kollegen bei Verhandlungen mit Chefs, gibt kompetente Auskünfte und achtet darauf, dass sich alle im Unternehmen an rechtliche Vorgaben halten.“
Ergebnisse der Studie
Wie wichtig starke Betriebsräte in den Betrieben sind, untermauere auch das neue „Strukturwandelbarometer 2021“ - eine Studie im Auftrag des ÖGB und der Arbeiterkammer. Mehr als 2.100 Betriebsräte haben österreichweit im Jänner des heurigen Jahres daran teilgenommen. Die IFES-Studie hat ergeben, dass Unternehmen mit gut eingebundenen Betriebsräten Krisenzeiten in der Regel besser überstehen als solche ohne Arbeitnehmervertretung. „Betriebsräte können die negativen Entwicklungen nicht verhindern, aber auf alle Fälle die Auswirkungen dämpfen, und davon profitieren die Beschäftigten und die Betriebe“, betont Schmidsberger.


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