Gemeinden blühen auf: Drei neue Bienenfreundliche Gemeinden im Bezirk ausgezeichnet
AURACH/SCHÖRFLING/ST. GEORGEN. Blühende Wiesen, heimische Wildsträucher und wilde Blumen – in den Bienenfreundlichen Gemeinden blüht es auf. Kürzlich wurde die Auszeichnung von 20 weiteren Gemeinden, darunter Aurach, Schörfling und St. Georgen, zur Bienenfreundlichen Gemeinde gefeiert.

Damit wächst das Netzwerk der Bienenfreundlichen Gemeinden in Oberösterreich auf über 80 Gemeinden an. Sie alle engagieren sich für Bodenschutz und Biodiversität, indem sie auf öffentlichen Flächen auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten, diese naturnah gestalten und auch die Bürger einladen, ihre Gärten zur Oase der Vielfalt zu machen.
„Ich finde es beeindruckend, wie engagiert sich die ausgezeichneten Gemeinden für den Schutz und Erhalt der Bienen und Insekten einsetzen und ihre Orte zum Aufblühen bringen. Unsere Bienenfreundlichen Gemeinden sind Vorbilder im Einsatz für mehr Vielfalt und beweisen, dass es auch ohne Umweltgifte geht. Sie zeigen als Vorreiter auf, wie Bienen- und Umweltschutz im öffentlichen Raum funktioniert. Drei Viertel unserer Nutzpflanzen sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Somit hat das Bienen- und Insektensterben auch einen enormen Einfluss auf den Erhalt unserer Lebensgrundlagen. Ich bedanke mich bei allen teilnehmenden Gemeinden, die mit ihrem Engagement bewusst gegen diese Entwicklung vorgehen“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
„Sorgsamer Umgang mit Boden und unserer Artenvielfalt wird für immer mehr Menschen ein Herzensanliegen. Das bestätigt auch dieses Jahr, wo sich unter schwierigen Bedingungen trotzdem in den 20 neuen Gemeinden viele Menschen für das Projekt Bienenfreundliche Gemeinde engagiert haben“, so Projekt-Koordinatorin Gerlinde Larndorfer vom Bodenbündnis Oberösterreich.
Die 20 neuen Bienenfreundlichen Gemeinden wurden in den letzten Monaten vom Bodenbündnis Oberösterreich im Auftrag des Umweltressorts des Landes Oberösterreich begleitet und haben in mehreren Vor-Ort-Terminen einen Umsetzungsplan für die Maßnahmen der nächsten Jahre erarbeitet. Die Projekte reichen von Umstellung der Pflege von Wiesen auf nur mehr zweimaliges Mähen pro Jahr, Pflanzung von Bäumen bis hin zu Bestellaktionen für die Bevölkerung und vieles mehr.
Gemeinden blühen auf
Die kürzlich durchgeführte Evaluierung von 40 Bienenfreundlichen Gemeinden hat ergeben, dass seit Projektbeginn 1.382 heimische, bienenfreundliche Bäume und über 4.000 Sträucher auf öffentlichen Flächen in den Gemeinden gepflanzt wurden. In 26 Gemeinden wurde auf öffentlichen Flächen ein Insektenhotel errichtet als sichtbares Symbol für den Wildbienenschutz.
Rund 155.000 Quadratmeter bienenfreundliche Blumenwiese und Blühflächen wurden auf öffentlichen Flächen neu geschaffen durch Pflegeumstellung, Artenerhöhung mittels Initialinseln oder Neuanlage. Zur Bewusstseinsbildung und Information der Bevölkerung wurden auf diesen Blumenwiesen-Flächen insgesamt 293 „Hier wächst eine Bienenweide“ Tafeln aufgestellt.
In 25 Gemeinden wurden im Gemeindegebiet Maßnahmen zur insektenfreundlichen Straßenbeleuchtung umgesetzt.
In nahezu allen Gemeinden werden regelmäßig Berichte zum Thema naturnaher Garten, Bienenfreundliche Gemeinde oder zu anderen ökologischen Themen über Gemeindemedien veröffentlicht, um die Bevölkerung zu informieren und Bewusstsein für das Projekt zu schaffen.
Über das Bodenbündnis
Das Bodenbündnis ein europäisches Netzwerk von Gemeinden, Städten und Institutionen, die sich für Bodenschutz und Artenvielfalt einsetzen. Alleine in Oberösterreich bekennen sich bereits 84 Gemeinden und zehn Institutionen zu den Zielen des Bodenbündnisses.
Im Rahmen des Bodenbündnises ist das Netzwerk der Bienenfreundlichen Gemeinden mit dem Motto „Unser Boden für Bienen“ mit über 80 aktiven Gemeinden in Oberösterreich entstanden.


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