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Nach der Babypause: Gut informiert zurück in den Job

Daniel Schmidt, 22.03.2016 10:37

WAIDHOFEN/THAYA. Das Aarbeitsmarktservice (AMS) Waidhofen/Thaya organisierte in Kooperation mit der Arbeiterkammer (AK) unter dem Titel „WO[MAN“ & WORK“ einen Info-Tag für Frauen UND Männer, die sich nach einer familiär bedingten Unterbrechung des Berufslebens wieder in Richtung Arbeitsmarkt orientieren. 

Wiedereinsteigertag in Waidhofen (v.l.): 1.Reihe: Manuela Draxler, Andrea Kargl, Susanne Durec, Edith Zach, Tatjana Lanc, Irmgard Kauf-mann-Kreutler, Elisabeth Werner, Wolfgang Ebert; 2. Reihe: Thomas Pollmann, Wolfgang Schwartz, Irmgard Hetzendorfer, Christa Hitz, Sylvia Puchinger, Alexandra Hild-Müssauer, Martina Schmid, Gerald Hehenberger.

„Je schwieriger die Lage am Arbeitsmarkt, desto notwendiger werden kompetente Beratung und gründliche Vorbereitung auf einen gelungenen beruflichen Wiedereinstieg“, informiert die Geschäftsstellenleiterin des AMS Waidhofen/Thaya, Edith Zach.

Experten des AMS, der AK, der Frauenberatungsstelle, des Frauenberufszentrums, der Gebietskrankenkasse, der NÖ Bildungsberatung, des Hilfswerks, der gemeinnützigen Beschäftigungsprojekte EIBE und Modätex und das Zentrum für Beratung haben die „WO[MAN“ & WORK“-Besucher informiert und beraten. Themen waren der Arbeitsmarkt und die Jobsuche, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, finanzielle Leistungen und vieles mehr. „Für die Kinder stand eine Betreuung zur Verfügung, damit sich unsere Gäste rund um und vor allem in Ruhe informieren konnten“, so Edith Zach.

Frauen am Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Ende Februar waren 1.110 Personen beim AMS Waidhofen/Thaya arbeitslos gemeldet. Während die Zahl der jobsuchenden Männer um 6,9 Prozent auf insgesamt 726 zurückgegangen ist, ist jene der Frauen im Vorjahresvergleich gleich geblieben.

Insgesamt 384 Frauen waren Ende Februar im Bezirk Waidhofen/Thaya arbeitslos. 52 von ihnen waren Wiedereinsteigerinnen nach der Babypause. Das sind um 10,6 Prozent mehr als im Vergleich zum Februar des Vorjahres. Je schlechter die Ausbildung, desto größer die Gefahr arbeitslos zu werden – dieser Umstand trifft vor allem auf Frauen zu! Im Schnitt des Jahres 2015 lag der Anteil der arbeitslosen Frauen aus dem Bezirk, die nur einen Pflichtschulabschluss vorweisen konnten, bei 46,4 Prozent. Bei Männern hat dieser Anteil 34,1 Prozent betragen.Trotz einer, in den letzten Jahren laufenden Erhöhung der Erwerbsquote der Frauen liegt diese in Waidhofen/Thaya mit 74,9 Prozent weiterhin noch deutlich unter jener der Männer (78,6%). Und: 80 Prozent der Personen, die in Teilzeit arbeiten, sind Frauen! 

„Nach wie vor stellen wir fest: Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, so trifft das vor allem jene, die aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel niedrige Qualifikation, Betreuungspflichten und deshalb geringere zeitliche Flexibilität – schlechtere Chancen haben, beruflich Fuß zu fassen. Frauen laufen also Gefahr, verdrängt zu werden bzw. sich vom Erwerbsleben ganz oder teilweise zurückzuziehen“, weiß Edith Zach.

Erfolgreich für und mit arbeitslosen Frauen aus dem Bezirk unterwegs

Dass aber auch in schwierigen Zeiten der Weg zurück ins Berufsleben erfolgreich verlaufen kann, zeigen folgende Fakten:

Mehr Arbeitsaufnahmen von Fraue: 461 Frauen aus dem Bezirk ist im letzten Jahr nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit die Rückkehr ins Erwerbsleben gelungen. Trotz angespannter Arbeitsmarktlage sind dies in Summe um zwei mehr erfolgreiche Arbeitsaufnahmen als im Jahr 2014. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres haben 73 Frauen ihre Arbeitslosigkeit mit einem beruflichen Wiedereinstieg beendet – ein Plus von 25,9 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Erfolgreiche Aus- und Weiterbildung für Wiedereinsteiger: 125  Frauen nach der Familien- oder Babypause haben sich im letzten Jahr auf ihre Rückkehr ins Berufsleben mit einem AMS-geförderten Aus- und Weiterbildungsangebot vorbereitet bzw. einen passenden Arbeitsplatz gefunden. Seit Jahresbeginn 2016 haben bereits sechs Wiedereinsteigerinnen die Rückkehr ins Erwerbsleben geschafft und weitere 19 die Aus- und Weiterbildungsangebote des AMS NÖ genutzt.

Genderbudgeting groß geschrieben: Obwohl im Jahresdurchschnitt mit 57,9 Prozent mehr Männer als Frauen arbeitslos vorgemerkt sind, hat das Arbeitsmarktservice Waidhofen/Thaya mehr als 50 Prozent aller finanziellen Mittel aus dem Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Frauen reserviert.

Breitgefächertes Angebot für einen erfolgreichen Berufseinstieg

Um die Erwerbsbeteiligung der Frauen zu fördern bzw. die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt zu verhindern, setzt das Arbeitsmarktservice folgende Schwerpunkte: maßgeschneiderte Unterstützung beim Berufseinstieg nach der „Familienpause“ sowie Förderung von hochwertiger Aus- und Weiterbildung.

Ein maßgeschneidertes Seminarangebot für Wiedereinsteiger bietet das AMS mit zwölfwöchigen halbtags geführten Kursen „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Heuer haben 48 Frauen aus dem Bezirk Gelegenheit, ihre berufliche Zukunft neu zu planen, sich auf den Wiedereinstieg in der Gruppe mit „Gleichgesinnten“ gut vorzubereiten und jenen Job zu finden, der zu ihnen passt. Mit dem Frauenberufszentrum steht jobsuchenden Frauen ein maßgeschneidertes Programm zur Perspektivenentwicklung zur Verfügung. Das Angebot des Frauenberufszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen. Inhalt der Einzelberatung ist eine Qualifizierungsberatung mit dem Angebot, anschließend einen Kurs aus dem AMS-Programm oder auch am freien Bildungsmarkt zu nutzen. In den Gruppenworkshops werden Themen wie Bildungs- und Laufbahnplanung, Gesundheitsförderung, EDV-Grundlagen, Bewerbungstraining sowie Deutschkonversation für Teilnehmerinnen mit Migrationshintergrund behandelt.

Ausbildungen in handwerklich-technischen Berufen

„Wir bieten Frauen attraktive Sprungbretter in Berufe, die bislang noch überwiegend von Männern ausgeübt werden. Damit leistet das AMS Waidhofen/Thaya einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Einkommensnachteile von Frauen und der geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt“, so Edith Zach weiter.

Das Programm FiT – Frauen in Handwerk und Technik – beinhaltet ein umfassendes und auf den individuellen Bedarf ausgerichtetes Beratungs- und Kursangebot mit dem Ziel, Frauen eine Ausbildung bis hin zum Lehrabschluss in einem handwerklich-technischen Bereich oder sogar ein entsprechendes Fachhochschulstudium zu ermöglichen.


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