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WAIDHOFEN/YBBS. Der dritte Waidhofner Klimaprotest ist für Samstag, 1. Juni, geplant. Wie bisher trifft man sich um 11.15 Uhr am Viaduktparkplatz um dann über die Mühlstraße zum Forellenbrunnen am Unteren Stadtplatz zu marschieren, wo wieder die Abschlusskundgebung stattfinden wird. Von der Regierung wird dieses Mal die Vorlage einer ganzheitlichen und umfassenden Klimastrategie gefordert, mit deren Umsetzung unverzüglich begonnen werden soll.

Fotos: Raphael Kößl
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„Um die Klimakrise effektiv zu bekämpfen wird es notwendig sein, dass alle gesellschaftlichen Gruppen ihren Teil dazu beitragen. Niemand darf dabei aus der Pflicht genommen werden – nicht die Großkonzerne, nicht die Klein- und Mittelbetriebe, nicht die Vereine und die Schulen, nicht die Bürger, nicht die Gemeinden, nicht die Länder und schon gar nicht der Bund. Wir brauchen Rahmenbedingungen für alle, die klimafreundliches Handeln belohnen und klimaschädliches Verhalten sanktionieren“, fordert Organisationsteammitglied Franz Kößl. „Es gibt keinen Planeten B! Es ist entscheidend, dass schnell Maßnahmen zur CO2-Reduktion gesetzt werden, damit die Klimakrise nicht völlig unkontrollierbar wird“, richtet Katharina Kriener, Schülerin am Stiftsgymnasium Seitenstetten, nochmals einen Appell an die Politik.

Forderung nach preisgünstiger Öffi-Jahreskarte

Rund 150 Bürger aus der näheren Umgebung Waidhofens setzten sich bei den 2. Waidhofner Klimaprotesten für mehr Klimaschutz ein. Die Organisatoren rückten dieses Mal den Fokus auf die Mobilität und die damit einhergehenden Probleme für das Klima. „Ständig hören wir, dass rasch etwas passieren muss, damit wir die Klimakrise eindämmen können. Aber es geschieht nichts. Das Umweltbundesamt hat vor Kurzem viele Vorschläge gemacht, die nun unbedingt umgesetzt werden sollte“, so Jakob Mühlehner bei seiner Rede. Die Forderung nach einer preisgünstigen Jahreskarte für alle Öffis fand bei den Demonstranten besonders viel Anklang.

Radikale Änderung des Verkehrs

Auf die Notwendigkeit einer radikalen Umgestaltung im Verkehrssektor wies auch Georg Wagner hin. Er zeigte mit seinem „Gehzeug“ (ein tragbarer Rahmen aus Holz mit den Abmessungen eines Pkws) eindrücklich den enormen Raumbedarf, den Pkws haben. „In meiner Vision bewege ich mich über längere Distanzen nur noch mit dem Zug fort. Vom Bahnhof Waidhofen fahren im Viertelstundetakt Busse auch in die Ortsteile wie Konradsheim und nur den letzten Kilometer lege ich mit e-Bikes oder dem Leihauto zurück.“

Frage des zweiten Klimaprotests: „Schlaft ihr noch ...?“

Damit diese Vision bald Realität wird, braucht es aber Unterstützung durch die Politik. „Lassen wir die Politik die Verantwortung für Klimaschutz nicht auf dem Einzelnen abladen! Sie muss durch Gesetze die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen!“ Beim Forellenbrunnen am Freisingerberg fand wie beim ersten Klimaprotest die Abschlusskundgebung statt. Peter Harlacher und Hermann Wagner, die in Kurzstatements ihre Motivation fürs Radfahren darlegten, wünschten sich dabei zwei Dinge: „Ich fordere mehr Platz für den Radverkehr, ohne noch mehr Flächen zu versiegeln. Wenn Rad- und Fußgänger nur ein Viertel der für das Auto verbauten Flächen bekämen, wäre ich schon zufrieden!“ Und: „Ich wünsche mir viel mehr Alltagsradfahrer für Waidhofen. Ich möchte es noch erleben, in Waidhofen einmal in einen Fahrradstau zu geraten“, so der 60-jährige Wagner. Weil die Regierung in der jüngsten Steuerreform auf ökologische Grundsätze keine Rücksicht nahm, richtete die Protestversammlung zum Abschluss der Kundgebung noch einen Appell in Form eines umgedichteten Kinderliedes an die Norbert Hofer, zu diesem Zeitpunkt noch FPÖ-Verkehrsminister: „Bruder Norbert, Bruder Norbert, schläfst du noch, schläfst du noch…?“

Samstag, 1. Juni 2019

Treffpunkt: 11.15 Uhr beim Viaduktparkplatz

Abmarsch: 11.30 Uhr


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