Klimaproteste mit Sigrid Horn
WAIDHOFEN/YBBS. Am Samstag, 6. Juli, rufen wieder engagierte Bürger aus der näheren Umgebung Waidhofens wieder auf, gemeinsam für eine bessere Klimapolitik zu demonstrieren. Musikalisch wird der Protest dieses Mal von der gebürtigen Neuhofnerin Sigrid Horn, die 2019 den FM4-Protestsongcontest gewonnen hat, unterstützt.

Die Protestbewegung wird sich um 11.15 Uhr wieder am Viaduktparkplatz treffen, von wo man um halb 12 über die Mühlstraße und den Unteren Stadtplatz zum Forellenbrunnen ziehen wird. „Ins Zentrum dieses Protests stellen wir dieses Mal unsere Forderung, mit den fruchtbaren Böden in Österreich viel sensibler umzugehen. Leider ist es gegenwärtig so, dass Österreich im Zubetonieren von Grünland Weltspitze ist“, gibt Organisationsteammitglied Lucia Kößl bekannt.
20 Fußballfelder pro Tag
Mit 12,9 Hektar pro Tag werden österreichweit umgerechnet 20 Fußballfelder pro Tag versiegelt, mehr als in keinem anderen Land Europas. „In Städten ist die Bodenversiegelung klarerweise besonders weit fortgeschritten. Gerade dort braucht es aber Maßnahmen wie Schattenbäume oder die Erhaltung und Schaffung von „grünen Inseln“ wie Parks. Beton und Asphalt erhitzen sich besonders stark, speichern die Wärme und geben diese in den Nachtstunden wieder ab, weshalb auch in dieser Zeit keine Abkühlung mehr passiert. Das ist für die Lebensqualität fatal“, so Georg Wagner.
Bäume sind effektive Klimaanlagen
Jakob Kößl, der seinen Master auf der Universität für Bodenkultur abgeschlossen hat, pflichtet dem bei: „Stadtbäume und Fassadenbegrünungen sind die effektivsten Klimaanlagen in einer Stadt. Sie sorgen dafür, dass kühlende Feuchtigkeit abgegeben wird und durch ihren Schatten tragen sie dazu bei, dass sich Städte untertags gar nicht so stark erhitzen können. Außerdem befördern sie eine klimafreundliche Veränderung der innerstädtischen Mobilität, da Menschen Wege lieber zu Fuß zurücklegen, wenn sie im Schatten der Bäume gehen können!“
Wertvollstes Gut: fruchtbare Böden
Bodenversiegelung zu reduzieren und mittelfristig zu stoppen, ist aber nicht nur aus den oben genannten Gründen im Kampf gegen den Klimawandel wichtig. Unversiegelte Böden können bei Extremwettereignissen wie Starkregengüssen Flüssigkeit aufnehmen und dazu beitragen, die schlimmsten Auswirkungen bei Überflutungen stoppen. Und nicht zuletzt sind fruchtbare Böden das wertvollste Gut für eine regionale und klimafreundliche Lebensmittelversorgung.
Nie zu alt für eine Demo
„Beinahe täglich erreichen uns Nachrichten, die zeigen, dass die Klimakrise voll da ist. Die Arktis schmilzt schneller als je zuvor, die Permafrostböden in Sibirien tauen auf und setzen weitere Treibhausgase frei … Deshalb fordern wir alle Menschen auf, sich unseren Protesten anzuschließen, damit die Regierungen dieser Welt endlich die notwendigen Maßnahmen setzen, um der Klimakatastrophe noch entgehen zu können“, so Elisabeth Austaller. „Man ist nie zu alt, um erstmals an einer Demonstration teilzunehmen! Dieses Mal sogar bei fabelhafter Live-Musik!“


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