In memoriam Prasthan Dachauer

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Margarete Frühwirth Margarete Frühwirth, Tips Redaktion, 13.10.2016 14:30 Uhr

WALDHAUSEN. Der Künstler Prasthan Wolfram Dachauer ist am 9. Oktober, einen Tag nach seinem 76. Geburtstag, gestorben. Er lebte seit 1968, wenn er nicht gerade auf Reisen war, in völliger Abgeschiedenheit in seinem Häuschen in Waldhausen, das er damals ohne Wasser und Strom bezogen und seither schrittweise renoviert und umgebaut hatte.  

Sein großes Talent zeichnete sich bereits in seiner Kindheit ab. Schon damals wollte er immer nur Maler werden und faszinierte sowohl Mitschüler als auch Lehrer, die ihm gerne über die Schulter schauten. Nach der Pflichtschule besuchte er die Kunstgewerbeschule Graz. Schon damals fesselte ihn das Porträt, oft auch das Gruppenporträt. Ab 1958 studierte er an der Akademie der bildenden Künste bei Sergius Pauser in Wien. 1963 erhielt er dort den Abgangspreis. Künstlerische Wegweiser waren ihm Velazques und Vermeer. Seit dem Jahr 1962 war er immer wieder im internationalen und nationalen Ausstellungsbetrieb präsent.

Bilder zwischen Traum und Wirklichkeit

Ein mehrjähriger Indienaufenthalt führte ihn auch zum Philosophen Osho, der ihm seinen spirituellen Namen Prasthan gab. Die Druckgrafik übte eine große Faszination auf Prasthan Dachauer aus. Nach seiner längeren Indienreise lernte er einen Meister dieses Faches, den Drucker Rudi Hörschläger, kennen. In den folgenden Jahren entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit deren Resultat eine Vielzahl von Weichgrundätzungen und Lithografien ist. 2005 leitete er eine Meisterklasse für Portrait in Usbekistan. Die dortigen Landschaften dokumentierte er in Druckgrafiken, die er mit Freund Rudi Hörschläger zur Vollendung brachte. Neben dem Porträt beschäftigte sich Prasthan Dachauer mit Akt, Stilleben und Landschaft. In der Auseinandersetzung mit dem Thema Landschaft sind immer Eindrücke aus seinem Umfeld in Waldhausen zu erkennen. Zahlreiche Blätter zeigen das vom Granit geprägte Mühlviertel. Charakteristisch ist dabei eine Gratwanderung zwischen Traum und Wirklichkeit. Die Landschaft ist nie ein reales Abbild, sondern wird in Kombination mit traumhaften Szenen oder Porträts gesetzt. Zeitlebens bleibt er der Gegenständlichkeit nahe. „Es ging und geht mir um die subjektive Wirklichkeit, nicht um Naturalismus und Realismus im üblichen Sinn“ betonte der Künstler anlässlich einer Ausstellung im Nordico-Museum der Stadt Linz. Das Nordico besitzt eine Anzahl von annähernd 200 Arbeiten Dachauers zu denen der Künstler anlässlich der Ausstellung 2006 eine Mappe mit 91 ausgewählten Druckgrafiken aus den Jahren 1967 bis 2006 übergeben hatte.

Wir gedenken seiner mit den Worten des Philosophen Osho: „Nie geboren, nie gestorben, nur zu Besuch auf diesem Planeten“. Danke, Prasthan, für deinen Besuch!

 

 

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