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WALDING. Seit rund eineinhalb Jahren beschäftigt Aloisia Karl in ihrem Friseurstudio einen jungen afghanischen Asylwerber als Lehrling. Auch hier heißt es nun schon seit einiger Zeit Bangen, da sein Antrag auf Bleiberecht abgelehnt wurde.

  1 / 2   Aloisia Karl (vorne links) gemeinsam mit ihrem Team und ihrem Lehrling, dessen Antrag auf Bleiberecht vor 15 Monaten abgelehnt wurde. Foto: Aloisia Karl-Haarmode

Im Jänner war es drei Jahre her, dass Ali nach Österreich gekommen ist. Seit nunmehr eineinhalb Jahren absolviert er bei Aloisia Karl in ihrem Friseurstudio in Walding eine Lehre. Er ist im zweiten Lehrjahr. Für Karl ist Ali nicht der erste Asylwerber, den sie ausgebildet hat: „Ich habe vorher schon eine Afghanin gehabt, die bei mir ausgelernt hat.“ Nachdem diese fertig war und sie dann ein neues Lehrmädchen aufgenommen hatte, hörte diese nach der Probezeit wieder auf. So stand Karl wieder ohne Lehrling da: „Das war Ende August, wo also alle Lehrlinge mehr oder weniger vergeben waren.“

Durch ihren ehemaligen Lehrling wurde ihr schließlich Ali empfohlen. Er meldete sich bei ihr und nach einiger Zeit entschloss sich Karl, ihn aufzunehmen. Nicht besonders gut hat Karl dabei vor allem das Verfahren mit dem AMS in Erinnerung: „Das war ein großer Aufwand. Denn das AMS muss die Stelle ausschreiben und es darf sich dann kein Österreicher melden. Denn wenn sich ein Österreicher meldet, muss man den nehmen. Das hat schon einmal vier Wochen gedauert, bis es dann geheißen hat, dass wir ihn nehmen dürfen. Und dann hat es noch einmal 14 Tage für eine Beschäftigungsbewilligung gedauert.“

Karl ist zufrieden

Auch wenn diese Anfangsphase nicht einfach gewesen sei, so habe es sich für Aloisia Karl gelohnt, durchzuhalten. Mittlerweile laufe es laut der Chefin richtig gut. Das Team würde Ali beim Lernen und auch mit der deutschen Sprache unterstützen. Auch in der Berufschule erziele der Afghane – vor allem in den Praxisfächern – gute Noten.

Negativer Bescheid

Seit November des vorigen Jahres ist nun allerdings klar, dass sein Antrag auf Bleiberecht abgelehnt wurde. „Seither lebt er im Ungewissen, ob sich all die Bemühungen, die er auf sich nimmt – Deutschkurse, Berufsschulbesuch und natürlich das Erlernen des Frisörhandwerkes – auch wirklich lohnen“, erzählt Karl.

Die Chefin des Friseursalons kritisiert in diesem Zusammenhang auch die Dauer der Verfahren: „Es dauert einfach in Österreich viel zu lange, bis sie wissen, ob sie bleiben dürfen oder nicht.“

Dass auch Aloisia Karl um ihren Lehrling bangt, hängt nicht zuletzt auch damit zusammen, dass sich auch in ihrer Branche der Mangel an Nachwuchs immer mehr bemerkbar mache. Es sei mittlerweile schwierig geworden, passende Lehrlinge zu finden. Und es bleiben auch noch weitere Fragen für die Chefin: „Was geschieht, wenn er nach der Lehrzeit immer noch keinen positiven Bescheid hat? Darf er dann als ausgebildeter Frisör nicht mehr arbeiten obwohl in jedem Ort dringend Frisöre gesucht werden?“

Karl selbst glaubt auch daran, dass die Lehre für Asylwerber ein Ansporn sein kann und will diesen Menschen eine Perspektive geben: „Menschlich sind wir sehr stolz darauf, diesen jungen Leuten in unserem schönen Österreich eine Perspektive ermöglicht zu haben. Vor allem sind wir der Meinung, dass solche die sich anpassen wollen und dies auch tun, in unserem Land bleiben dürfen – und solche die dies nicht tun, gerne wieder in ihre Heimat zurückkehren dürfen“, so Aloisia Karl abschließend.


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