Wald-Wild-Dialog in Waxenberg: Naturverjüngung im Einklang mit der Jagd
WAXENBERG. Um den Wald als funktionierendes Ökosystem zu erhalten, braucht es Bemühungen von allen Seiten. Deshalb trafen sich Vertreter der Landwirtschaft, der Jagd und der Politik aus den Bezirken Rohrbach und Urfahr-Umgebung in Waxenberg zum Wald-Wild-Dialog.

Klimawandel, Borkenkäfer, Eschentriebsterben, Schneedruck oder Sturmschäden setzen dem Wald gehörig zu. Dazu kommt das Spannungsfeld zwischen Naturverjüngung und Abschussplänen. Beide Bezirke seien aber vorbildlich, was die Verbisszahlen angeht. Von 98 Jagdgebieten seien etwa 90 sogenannte Einser-Flächen, hier hat man den Wildverbiss im Griff. Die restlichen sind Flächen der Kategorie zwei. „Dreierflächen haben wir überhaupt keine“, freuen sich Rohrbachs Bezirksjägermeister Martin Eisschiel und sein Urfahraner Kollege Franz Burner.
Kahlfraß bei Fichten
Allerdings sorgt der Borkenkäfer vor allem in Lagen unter 600 Metern Seehöhe teilweise für einen Kahlfraß beim Fichtenbestand. „Es wird die Pflanzung von Tanne und Ahorn empfohlen und dort haben wir natürlich vermehrt Probleme mit dem Verbiss“, zeigt Rohrbachs Bezirksbauernkammer-Obmann LAbg. Georg Ecker auf. Eisschiel ergänzt: „Hier setzen wir auf einen guten Dialog, um eventuell punktuell die Abschusszahlen zu erhöhen, um dem Verbiss entgegenzuwirken.“ Ziel könne aber nicht sein, die Abschusspläne allgemein zu erhöhen. „Wir können nicht alles mit der Büchse lösen“, meint LAbg. Josef Rathgeb, Bürgermeister von Oberneukirchen und Bezirksjägermeister-Stellvertreter in UU.
Wertvoller Plenterwald
Gute Erfahrungen haben Waldbesitzer mit Verbissschutzmitteln gemacht. Ebenso sind Plenterwälder sinnvoll – stetig verjüngende Dauerwälder, in denen Bäume aller Dimensionen kleinstflächig bis einzelstammweise vermischt sind. Dieser Wirtschaftsform müsse man auch in der Ausbildung junger Forstwirte mehr Gewicht schenken, waren sich alle einig. Zäune sind hingegen eine nur wenig geliebte Option. Wichtig ist vor allem, dass man miteinander redet und Probleme gemeinsam angeht.
Kodex für Waldnutzer
Einig war man sich auch, was den stärker werdenden Druck durch Waldbesucher angeht. „Heute glaubt jeder, er kann zu jeder Zeit im Wald alles machen, wie es ihm beliebt. Das ist sicher ein Problem“, sagt Rathgeb. Deshalb müssen Waldregeln aufgestellt werden. Eisschiel ergänzt: „Wenn schon der Tag nicht mehr dem Wild gehört, soll es zumindest in der Nacht Ruhe haben.“


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