Einblicke in die ungarische Vorhölle
WEISTRACH. Zahlreiche freiwillige Helfer sind derzeit unterwegs, um Flüchtlinge willkommen zu heißen und sie mit dem Notwendigsten zu versorgen. Eine unter ihnen ist die gebürtige Weistracherin Christine Schörkhuber.

Zahlreiche freiwillige Helfer sind derzeit unterwegs, um Flüchtlinge willkommen zu heißen und sie mit dem Notwendigsten zu versorgen. Eine unter ihnen ist die gebürtige Weistracherin Christine Schörkhuber, die derzeit als Musikerin und Medienkünstlerin in Wien lebt. Sie sei eher unabsichtlich in diese Aktivitäten geraten und begann ihre Mithilfe beim Erstaufnahmezentrum in Traiskirchen und später am Westbahnhof in Wien, erzählt sie. Der Zufall hat sie dann auch mit Kollegen vor zwei Wochen nach Röszke in Ungarn geführt. „Extrem krass“ beschreibt sie dann auch die Zustände dort, wo tausende Flüchtlinge von der ungarischen Polizei gleichsam eingekesselt waren. Nur zwei Toiletten standen für die gesamten Flüchtlinge zur Verfügung, weshalb man die hygienischen Bedingungen nur als katastrophal bezeichnen kann, beschreibt sie. Während große Hilfsorganisationen noch auf sich warten ließen, waren aber schon freiwillige Helfer von „SOS Konvoi“, Helfer aus der Slowakei und Georgien, eine Jugendgruppe aus Ungarn und eine kleine Initiative aus Deutschland vor Ort. Ohne diese freiwilligen Helfer wären die Flüchtlinge erfroren und verhungert, die die Polizei zu Sammelpunkten zusammentrieb und unversorgt ließ. „Aber auch den ungarischen Polizisten sei es bei diesem Umgang mit den Flüchtlingen nicht gut gegangen“, schildert sie ihre Eindrücke und betont, für wie wichtig sie den Würdeaspekt in diesem Geschehen hält.
Würde und RespektUngarn habe erst in den Camps nach der Registrierung der Flüchtlinge eine Grundversorgung sichergestellt und musste sich auch den Vorwurf gefallen lassen, dass es Flüchtlinge wie Tiere behandelt habe, wenn man an die Bilder der Essensverteilung im Flüchtlingslager Röszke denkt, wo die Polizisten Essenspakete in die Menge warfen. „So wie wir diese Menschen behandeln, so wird unsere Welt einmal aussehen“ appelliert Christine Schörkhuber an eine wertschätzende Willkommenskultur und mahnt die Flüchtlinge weder als Bittsteller noch als Bedrohung zu sehen. Und sie hat bislang vor allem mit syrischen Flüchtlingen nur positive Erfahrungen gemacht.








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