Zwei Weistracherinnen halfen als Freiwillige in Griechenland
WEISTRACH. Christine Schörkhuber und Sarah Graf haben sich sieben Tage mit einer Gruppe von Freiwilligen zu einem Hilfseinsatz nach Eidomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze aufgemacht.

Mit Spendengeldern, die sie vorwiegend von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten erhalten hatten, machten sich die Medienkünstlerin Christine Schörkhuber und die Sozialarbeiterin Sarah Graf in einer Gruppe von zwölf Freiwilligen nach Eidomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze auf. In Wien wurde Hilfsmaterial um 19.500 Euro eingekauft und verladen. Anschließend begaben sich die Helfer in drei Fahrzeugen auf den Weg nach Idomeni, von dem kurz vorher bekannt geworden war, dass sich eine humanitäre Notlage anbahnen würde, weil Mazedonien die Grenze zu Griechenland geschlossen hatte. Das Fahrzeug mit der Ladung an Hilfsgütern musste aus Zollgründen den langen Weg über Italien nehmen und ist später zum restlichen Trupp gestoßen.
Christine, die bei ihrem Hilfseinsatz im ungarischen Röske schon einiges an menschlicher Kälte erlebt hatte, bemerkte diesmal die witterungsbedingte Kälte. „Es war so kalt, dass ich sogar mit fünf Lagen Kleidung im Zelt gefroren habe.“ Kaum angekommen, wurde aber das Lager in Idomeni von den griechischen Behörden geräumt und die Flüchtlinge nach Athen ins Taek-won-do Stadion gebracht. Auch der Hilfstrupp folgte den Flüchtlingen über einen Zwischenstopp in Thessaloniki.
In Athen begannen sie vor dem Stadion dann Kleidung auszugeben, was sie wegen des Ansturms aber bald darauf wieder beenden mussten. Sarah knüpfte Verbindungen zu anderen Freiwilligen im Stadion und Christine sortierte in einem von griechischen Volontären besetzten Haus in der Kleiderkammer. Sie verschifften von Athen aus auch 5000 Rettungsdecken auf die Insel Kios. Bei der Kleiderausgabe wurden Flüchtlinge und obdachlose Griechen gleich behandelt. Christine erzählt von einem jungen Obdachlosen, der vor seinem erhaltenen Wurfzelt voller Freude zu frühstücken beginnt.
Christine ist zufireden: „Mit 2220 Euro haben wir Hilfsgüter im Wert von von ca. 19.000 Euro (8600 Rettungsdecken, 200 Schlafsäcke, Isomatten, 120 Wurfzelte, 6000 Regenponchos, Schuhe, Essbesteck, Trinkbecher) transportiert, verschifft und verteilt. Zudem den Tank der tschechischen Feldküche aus Eidomeni befüllt, unseren Transport von Eidomeni nach Athen bezahlt, eine Initiative in Thessaloniki, Little Basket, unterstützt, Frühstückskipferl und Essensvorrat für eine Flüchtlingsunterkunft mit 140 Einwohnern besorgt und unserem „Einzelschicksal“, einer syrischen Familie, der das ganze Geld abhanden gekommen ist, die Weiterreise finanziert.
Ein großer Dank gilt der IHA, insbesondere Wolfgang u. Hans Breuer, die das Shuttle für unsere Fahrt und die Hälfte der Transportkosten des zweiten Busses finanziert, organisiert (und gefahren haben), ebenso an Train Of Hope, von denen wir die Hilfsgüter bekommen haben, an Children of Men, die Organisation von Susanne Schmitz, und natürlich an unsre tolle Volunteergruppe mit ihren Herzen groß wie Lagerhallen, ihrem Humor für Überlandfahrten und ihren Nerven aus Drahtseilen!“
Zurück in Österreich freut sich Christine über die „super Truppe“, mit der sie unterwegs war und die die Nerven nicht weggeworfen haben. Sarah muss sich bemühen, das zu sehen, was getan wurde, und nicht was nicht getan werden konnte. Obwohl das Helfen bei diesem Einsatz für sie entromantisiert wurde, ist sie aktuell schon wieder zu einem Einsatz auf die griechische Insel Chios unterwegs.


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