Sparkurs macht vor dem Welser Weihnachtsbaum nicht halt
WELS. Groß und mächtig waren die Weihnachtsbäume in der Vergangenheit, die vor dem Rathaus am Stadtplatz standen. Das aktuelle Exemplar wirkt dagegen fast wie ein Bonsai. Das ist also schon der erste Auswuchs des Sparkurses, den Neo-Bürgermeister Andreas Rabl (FP) angekündigt hat.

Den Gürtel enger schnallen oder in diesem Fall den Baum kleiner machen ist die Devise am Magistrat. Naturgemäß können Kosten eingespart werden. Weniger LED-Lichterketten für den Baum, die Arbeiter sind schneller fertig. Die Energiekosten sinken. Auch bei den dahinterliegenden Büros im Rathaus muss nicht den ganzen Tag das Licht brennen, da in den Vorjahren der Baum potentiellen Sonnenschein verhinderte. Für die Überwachungskamera am Stadtplatz fällt ein Sichthindernis weg. Win-Win Situationen wohin das Auge blickt. Vielleicht steckt hinter dem verkleinerten Baum aber viel mehr. Es ist dies ein stiller Protest gegen die Klimaerwärmung oder die sinnlose Abholzung oder einfach nur ein etwas kleiner Weihnachtsbaum. Vielleicht gab es keinen Größeren. Es kann auch sein, dass sich der Spender gedacht hat, dass der neue Bürgermeister von der Körpergröße etwas kleiner ist als sein Vorgänger. Wer weiß das schon? Alles ist möglich, wenig ist fix. Oder des Rätsels Lösung liegt im Transport. Es hat sich ja in den vergangenen Jahren - seit es das wohlgelungene Bergweihnachtshüttendorf am Stadtplatz gibt - eine sensationelle Tradition entwickelt. Der Weihnachtsbaum schwebt nicht über Hubschrauber herein, oder wird spektakulär von 50 Muskelpaketen hereingetragen. Nein es ist alles ganz anders. Zuerst wird alles für die Bergweihnacht aufgestellt und dann folgt der Weihnachtsbaum. Der wird durch das Lederertor hereingefahren. Wenn er dann gottgegeben etwas größer geraten ist, dann wird es eng. Dieses Video aus dem Vorjahr ist der gefilmte Beweis. Weihnachtsbaum im Lederertor
Es kann also eng werden für den Baum im Tor und deswegen heuer diese Bonsai-Variante. Im Vorjahr musste das Lederertor innen noch einmal ausgemalt werden. Aber seisdrum. Wenn die Lichter leuchten, dann muss man das alles nicht mehr so eng sehen oder vielmehr muss man es kleinreden. Was bei dem Baum schnell geht. Auf die Größe kommt es nicht an, sondern auf den Gedanken, der dahinter steht.
Eventuell dreht man aber im kommenden Jahr um. Zuerst der Baum und dann die Hütten, das wäre auch eine Möglichkeit. Wobei so ein Weihnachtsbaum, der im Ledererturm steckt, hat was. Wels ermöglicht eben vieles….


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