Bürgermeister spricht über....

Gerald Nowak Tips Redaktion Gerald Nowak, 02.08.2016 13:30 Uhr

WELS. Sommerzeit ist auch Zeit für eine Bilanz, aber auch einen Ausblick. Bürgermeister Andreas Rabl (FP) ist seit No­vember 2015 im Amt. Es ist viel passiert und das Reservoir an Projekten ist nicht erschöpft. Neues Logo für die Stadt, eine neue Positionierung, die auf dem Weg ist. Dazu der Verkauf der Sparkassenanteile und so weiter und so fort. Die Liste ist lang.

Über die ersten Monate im Amt…..

Die ersten Monate als neuer Bürgermeister waren für mich und meine Familie eine beson­dere Herausforderung. Auf die sehr intensive Büroarbeit folgten fast jeden Tag Termine auch am Abend. Viele Entscheidungen am Magistrat sind zuletzt liegen geblieben und mussten abgear­beitet werden. Darüber hinaus wurden mehrere große Projekte begonnen. So wurde der Positio­nierungsprozess angestoßen und die Strukturreform am Magistrat gestartet. Mir ist in den letzten Monaten nicht fad geworden.

Über die generelle Entwick­lung der Stadt….

Ich spüre in der Stadt eine Auf­bruchstimmung und Optimismus. Die Bürger bemerken, dass neue Ideen und Projekte die Stadt be­wegen. Lange notwendige Refor­men wurden begonnen, die neue Positionierung der Stadt als Top Bildungs- und Wirtschaftsstand­ort gibt die Richtung vor. Dabei sind zwei Bereiche jedoch nicht zu vernachlässigen: Wir müssen unserer sozialen Verantwortung gerecht werden und die Frauen besser in das Gesellschafts- und Erwerbsleben einbeziehen. Dazu gehört auch, dass wir 48 konkre­te Maßnahmen erarbeitet haben, die in den nächsten Jahren umzu­setzen sind. So ist beispielsweise der Ausbau von Krabbelstuben ebenso geplant, wie die Einfüh­rung von Sprachgruppen in Kindergärten. Auch leist­bares Wohnen und die Attraktivierungen des Traunufers stehen ganz oben auf der Prioritä­tenliste.

Über die Zukunft des Welios und der Muse­en….

Die Kul­tur liegt mir in ihrer gesam­ten Breite beson­ders am Her­zen. Zu unserem kulturel­len Leben sowie zur Welser Identität gehören auch die Museen der Stadt, sie geben Auskunft über die Geschichte unserer Heimat – von den Rö­mern bis in die Neuzeit. Man wird über Nachschärfungen bei den Öffnungszeiten diskutieren müssen. Eine Schließung der Stadtmuseen ist nicht geplant. Die Zukunft des Welios ist eng mit der Fachhochschule verbun­den, die bisherige Kooperation soll vertieft werden. Das Weli­os konnte den finanziellen Jah­resverlust von ursprünglich über eine Million Euro zwischenzeitig auf knapp 700.000 Euro reduzie­ren, die Übernahme großer Teile des Welios durch die Fachhoch­schule ist jedenfalls anzustreben.

Über das Projekt Kaiser Josef Platz plus Greif….

In den nächsten Jahren sollen so­wohl der Stadtplatz als auch der Kaiser-Josef-Platz neu gestaltet werden. Beim Stadtplatz ist eine Begrünung mit Bäumen ge­plant, beim Kaiser-Josef-Platz eine Neukonzep­tionierung. Dabei ist der Wunsch nach einer weiteren West-Ost-Verbindung für den In­dividualverkehr beson­ders zu berücksichtigen. Mit dem Erwerb des Greifs bietet sich eine his­torische Chan­ce, das Stadt­thea­ter für die Stadt Wels lang­fristig zu sichern und eine mo­derne Bü­roinfra­struktur inklusive einer neuen Servicezone am Kaiser-Josef-Platz zu schaffen.

Über die Volksbefragung am 2. Oktober…

Die Stadt Wels sitzt derzeit auf einem hohen Schuldenberg und macht jährlich weiter Millio­nenschulden. Eine nachhalti­ge Budgetpolitik braucht daher Leistungskürzungen und Einspa­rungen, sonst setzen wir die Zu­kunft unserer Kinder aufs Spiel. Die Bürger sollen im Rahmen einer Volksbefragung mitent­scheiden, in welchen Bereichen gespart wird. Direkte Demokra­tie und Bürgerbeteiligung waren mir immer ein großes Anliegen. Wir müssen die Wünsche der Bürger ernst nehmen.

Über den Masterplan Messe…

Der Masterplan Messe geht bis in das Jahr 2030 und ist weiter umzusetzen. Oberste Priorität hat in den nächsten Jahren die Attraktivierung des Traunufers, gerade der Bereich zwischen Ei­senbahnbrücke und alter Traun­brücke muss zu einer Wohlfühl­zone werden. Zu diesem Zweck sollen auch Überlegungen ange­stellt werden, dass Feuerwehr­bootshaus in einen gastronomi­schen Betrieb umzuwandeln und die Traun als Bademöglichkeit in den Vordergrund zu rücken.

Über die Strukturreform in­nerhalb des Magistrates…

Die Organisationsstruktur im Hause Magistrat wird derzeit von externen Beratungsunternehmen durchleuchtet. Oberstes Ziel ist, die Produktivität zu heben und Doppelgleisigkeiten abzubauen. Auch die Zusammenlegung von Dienststellen und Abteilungen ist angedacht. Es gehört aber auch zur sozialen Verantwortung als Arbeitgeber, keine Mitarbeiter zu kündigen, sondern Personal­abbau durch Pensionierungen und die natürliche Fluktuation zu gewährleisten. Viele Magistrats­mitarbeiter leisten hervorragende Arbeit und sind sehr bemüht, sich bestmöglich für die Stadt einzu­setzen.

Über die Zukunft der Stadt…

Wels steht sowohl finanzpolitisch als auch aufgrund des hohen Mi­grantenanteils vor großen Her­ausforderungen. Wir haben aber herausragende Unternehmerper­sönlichkeiten und best ausge­bildete, fleißige Arbeitnehmer sowie eine starke gemeinsame Verbundenheit mit der Heimat­stadt Wels. Ich bin daher opti­mistisch, dass wir gemeinsam diese Herausforderungen bewäl­tigen können. Mein Ziel ist es, im ersten Schritt die städtische In­frastruktur auf Vordermann zu bringen und in der Folge auch ös­terreichweit die Stadt als attrak­tiven Wirtschafts- und Wohns­tandort zu etablieren.

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