Radverkehr: Eine Mängelliste aber auch nicht vermehrbarer Platz
WELS. Es ist immer ein Spannungsfeld, das sich auftut, wenn Vorschläge für den Radverkehr auftauchen. Die Welser Radler und Tandem Crossover haben sich die Wege, Markierungen und so weiter angesehen. Es gibt eine Mängelliste.

„Neben zahlreichen Problemstellen an Kreuzungen sind unserer Meinung nach die „Hauptradrouten“ und die meisten übrigen „Radwege“ in ihrer derzeitigen Ausgestaltung überhaupt nicht geeignet, um mehr Menschen zum Radfahren zu motivieren geschweige denn, damit jemals das 20 Prozent Ziel Radverkehrsanteil zu erreichen“, so die beiden Organisationen in einem offenen Brief an die Stadt.
Liste
Die Liste an Mängeln ist lang. Markierungen sind oft schlecht zu lesen und unzureichend. Die Beschilderung ist fehlerhaft. Bei Hauptradwegen muss man umständliche Umwege in Kauf nehmen. Weiters gibt es zu geringe Breiten, die einer flüssigen und sicheren Befahrung entgegenstehen bis Hindernisse.
Gefährliche Dooring Zone
Schmale Mehrzweckstreifen in der gefährlichen Dooring-Zone (Parkplätze gleich neben Radfahrstreifen). Nicht nur schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder und ältere Menschen fühlen sich hier gar nicht sicher. Es fehlen Radüberfahrten, zum Beispiel bei der Bahnhofstraße-Roseggerstraße und Römerstraße und Osttangente. Die Gehsteigradwege wurden auf Kosten des Fußgängerverkehrs errichtet. Eine Qualitätssteigerung des Radwegenetzes (durch baulich getrennte und breitere Radwege) kann nur auf Kosten des Platzes für Autoverkehr oder für Autostellplätze geschehen, wie es mittlerweile in immer mehr Städten auch erfolgreich praktiziert wird. Dies führt zu einer höheren Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, so die Meinung der Radler und Tandem Crossover.
Arbeiten an Leitbild
SP-Verkehrsreferent Klaus Hoflehner kennt die Problematik: „Wir erstellen gerade ein Leitbild Radfahren in Wels. Da passen viele Vorschläge gut hinein und stoßen auf offene Ohren. Ich muss trotzdem sagen, dass der Raum nicht unendlich vermehrbar ist. Wir schauen uns gerade die Radwege genauer an. Das fängt bei der Markierung und den Hinweistafeln an und hört bei Breite und so weiter auf. In dem Leitbild wollen wir grundlegende Fragen klären“. Die Radwege von den Stadtteilen ins Zentrum will Hoflehner überarbeiten. Es gibt hier Möglichkeiten.


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