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WELS. Zehn junge Frauen hatten im Rahmen des Girls Film Camps Mitte August die Möglichkeit, professionelle Filmluft zu schnuppern. 

  1 / 4   Die beiden Profis Jessica Lind (l.) und Laura Ettel brachten den Mädchen Relevantes zu Kameraführung und Filmtechnik bei. Foto: MKH

Das heurige Sommerprojekt des Medienkulturhauses beschäftigt sich mit Entschleunigung. Die Arbeit am gemeinsamen Kurzfilm war aber alles andere als entspannend. Dass das Filmemachen sehr anstrengend sein kann, erlebten die Teilnehmerinnen des Workshops während der Dreharbeiten immer wieder.

Eine Chance für Mädchen

Das Filmgeschäft ist für Frauen oft kein einfaches. „Bei unseren Filmprojekten kommt es meist sehr schnell zu einer klassischen Rollenverteilung. Burschen schnappen sich gleich die Kamera und Mädchen eher die Maske und Requisiten“, sagt Organisator Boris Schuld über den Hintergedanken des Camps. Die Filmprojektwoche gab den Teilnehmerinnen die Chance, sich ganz in Ruhe in den Bereichen Kamera, Licht, Ton, Regie und Schauspiel auszuprobieren, ohne dabei unter Druck zu stehen.

Unterstützung von Profis

Geleitet wurde der Workshop von der Wiener Drehbuchautorin Jessica Lind und der Bildtechnikerin Laura Ettel aus München. Die beiden zeigten sich beeindruckt von der Geduld und Genauigkeit, welche die zwölf- bis 18-jährigen Mädchen während der Dreharbeiten an den Tag legten. Am Ende des Workshops fanden sie sogar, dass einige der Teilnehmerinnen das nötige Rüstzeug für einen Filmberuf mitbringen. Manche von ihnen spielten ohnehin schon länger mit dem Gedanken, beruflich in diese Richtung zu gehen und so kam das Projekt als Entscheidungshilfe teilweise genau rechtzeitig.

Thema Soziale Netzwerke

Die Teilnehmerinnen mussten auch ihre Kreativität unter Beweis stellen, denn vorgegeben war nur das Überthema Entschleunigung, das vielseitig umgesetzt werden kann. Letztendlich kam dann ein fünf bis zehn Minuten langer Coming-of-Age-Jugendfilm heraus, der sich unter anderem mit den sozialen Aspekten von Smartphones auseinandersetzt und damit auch eine neue Form von Gruppenzwängen beleuchtet, die Whats App und Co mit sich bringen.

Zweite Runde denkbar

Die Woche war ein voller Erfolg. „Wir haben gemerkt, dass es während der Arbeiten am Film eine starke Auseinandersetzung mit dem Medium und der Geschichte gegeben hat, was natürlich super ist“, erzählt Schuld. Eine Fortsetzung des Projekts im nächsten Jahr ist derzeit zwar noch nicht geplant, aber aufgrund der guten Erfahrungen heuer durchaus vorstellbar.

Der von den Mädchen gedrehte Kurzfilm ist bei der Premiere am 17. Oktober im Programmkino des Medienkulturhauses zu sehen.


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