In den Musikheimen ist es schon seit Monaten sehr still
WELS/WELS-LAND. Keine Proben, keine Musikfeste, kein Maiblasen, keine Frühschoppen und kein Aufmarschieren bei den kirchlichen Festtagen. Rund um die Blasmusik ist es sehr still geworden. Man versucht, sich online zu behelfen.

Öffentliche Auftritte mit Blasmusik gibt es mit ganz wenigen Ausnahmen im vorigen Sommer/Herbst schon seit fast einem Jahr nicht mehr. Immerhin geprobt werden durfte im Herbst bis Mitte/Ende Oktober, zuletzt aber auch nur mehr im Ensemble. „Uns fehlen die wöchentlichen Proben, das gemeinsame Musizieren, die Auftritte zu den verschiedensten Anlässen sehr. Alle Höhepunkte in einem Vereinsjahr waren 2020 nicht möglich. Auch für das erste Halbjahr 2021 sind die Erwartungen für ein Comeback der Blasmusik noch gedämpft“, bedauert der Bezirksobmann des Blasmusikverbandes, Franz Mallinger aus Gunskirchen.
„Momentan kann man nur abwarten. Aber je länger es dauert, umso schwieriger wird ein Comeback. Es braucht dann umso länger, um wieder ein gewisses Leistungsniveau im Orchester aufzubauen. Im schlimmsten Fall hören einzelne Musiker gleich ganz auf“, sagt Bezirkskapellmeister Christian Weixlbaumer aus Neukirchen. „Zum Üben alleine zu Hause fehlt teilweise die Motivation.“
Gemeinschaftsleben leidet
Veranstaltungen, bei denen Blasmusik erklingt, sind das eine. Das andere ist die Gemeinschaft im Verein. Die fehlt den Musikern jetzt besonders, sie sind ja meist auch gut befreundet. Was viele besonders schmerzt, auch das heurige Bezirksmusikfest mit Marschwertung, das Mitte Juni in Buchkirchen geplant war, ist abgesagt, so wie alle anderen Bezirksmusikfeste in Oberösterreich bis 11. Juli. Ob im Sommer oder im Herbst eine Marschwertung mit oder ohne einem Fest veranstaltet werden kann, ist noch offen.
Online gemeinsam musizieren
Mit kreativen Online-Projekten spornen Orchesterleiter und Funktionäre immer wieder die Mitglieder zum gemeinsamen Musizieren an und bringen gleichzeitig die beliebte Blasmusik der Bevölkerung ins Wohnzimmer, zum Beispiel am 1. Mai. Zuletzt gab es mehrere Online-Projekte im Advent.
Jugend ist motiviert
Die fehlende Möglichkeit, gemeinsam zu musizieren, ist vor allem für die Jungmusiker, die noch in Ausbildung stehen, besonders schade. Jene, die Schüler an einer Landesmusikschule sind, hatten die Möglichkeit, ihre Unterrichtsstunden online zu absolvieren. Seit dieser Woche ist glücklicherweise wieder Präsenzunterricht als Einzelunterricht möglich. „Mit Online-Treffen und mehreren Videoprojekten geben wir den Jungmusikern ein Ziel und halten ihre Motivation hoch, was vielerorts sehr gut gelingt. Immerhin konnten im Vorjahr auch 84 junge Musiker ein Leistungsabzeichen auf ihrem Instrument ablegen“, ist Bezirksjugendreferent Martin Köberl, Kapellmeister in Buchkirchen und Lehrer im Landesmusikschulwerk, stolz.
Musiker sind optimistisch
Den Optimismus lässt man sich im Blasmusikverband auf jeden Fall nicht nehmen. In Online-Besprechungen wird geplant, vor allem für den Herbst. „Es heißt, Blasmusik ist Balsam für die Seele und diesen haben wir alle dringend nach der Eindämmung der Pandemie nötig“, ist Franz Mallinger überzeugt. „Nachher wird es umso schöner“, ergänzt Martin Köberl.


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