„Beim Schreiben habe ich gelacht, geflucht, geweint und mitgelitten“

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Magdalena Pauzenberger mit ihrem Debütroman „Eisfunken: Gefährliche Melodien“. (Foto: Privat)
Mag. Ingrid Oberndorfer Mag. Ingrid Oberndorfer, Tips Redaktion, 14.04.2021 09:19 Uhr

KRENGLBACH. „Eisfunken: Gefährliche Melodien“, so lautet der Debütroman der jungen Autorin Magdalena Pauzenberger aus Dorf an der Pram, die seit 2019 berufsbedingt in Krenglbach lebt. Tips hat sie jede Menge über die Romantasy-Geschichte erzählt.

Tips: Frau Pauzenberger, wie kamen Sie auf die Idee ein Buch zu schreiben?

Pauzenberger: Ich lese schon immer gerne und betreibe seit 2016 den Blog „Meine wundersame Welt der Bücher“ zum Thema Bücher. Dadurch bin ich auch mit ein paar Autorinnen in Kontakt gekommen. Als ich dann zu studieren begonnen habe und zweimal pro Woche jeweils fast zweieinhalb Stunden im Zug zwischen Salzburg und Dorf an der Pram verbracht habe, habe ich mir eine Beschäftigung gesucht und gedacht, ich könnte ja mal versuchen, eine Idee niederzuschreiben. Als eine Freundin die ersten drei Seiten gelesen und für gut befunden hat, habe ich dann immer weitergeschrieben – bis aus zwei Seiten auf einmal 252 wurden.

Tips: Wie lange haben Sie an dem Buch geschrieben?

Pauzenberger: Vom Schreiben des ersten Kapitels bis zum Verlagsvertrag sind in etwa zweieinhalb Jahre vergangen.

Tips: Wie schwer war es einen Verlag zu finden, der Ihr Buch veröffentlicht?

Pauzenberger: Ziemlich schwer und vor allem zerrte es stark an meinen Nerven. Ich musste mich immer wieder daran erinnern, dass ich die Geschichte aus Spaß geschrieben habe und auch weiterhin als Hobby schreibe. Ich wollte mein Selbstwertgefühl nicht zu sehr daran messen, was Verlage über mein Manuskript denken. Als dann eine positive Rückmeldung vom Isegrim Verlag bei mir eingetrudelt ist, habe ich vor Freude am ganzen Körper gezittert und mein Herz hat wie wild gerast. Es war ein sehr berührender Augenblick, als mir klar wurde, dass einer meiner größten Träume tatsächlich in Erfüllung geht.

Tips: Worum geht es in Ihrem Buch?

Pauzenberger: In meinem Debütroman geht es um Marlena, die gerade ihr Biologie-Studium in Salzburg begonnen hat, und den unterkühlt wirkenden Musik-Studenten Valentin kennenlernt. Die beiden treffen durch Zufall aufeinander und lernen sich im Laufe der Geschichte näher kennen. Während Marlena nach außen hin eine sehr taffe und humorvolle junge Frau ist, quälen sie tief in ihr Ängste, die sie nicht so richtig überwinden kann. Valentin wirkt auf Marlena anfangs gefühlskalt, sogar ein wenig furchteinflößend, aber er beschützt sie vor einem großen Unglück und gibt ihr gegenüber nach und nach immer wieder ein paar Funken seiner Gefühlswelt preis. Während man Marlena immer besser kennenlernt, ist Valentin umwebt von Geheimnissen. Die Geschichte ist abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptpersonen geschrieben, wobei „Marlenas Kapitel“ überwiegen.

Tips: Warum sollte man Ihr Buch lesen?

Pauzenberger: Beim Schreiben habe ich gelacht, geflucht, geweint und mit meinen Charakteren gelitten. Ich denke, dass man dadurch beim Lesen auch die Gefühle der Charaktere gut nachvollziehen kann und die Geschichte Tiefe hat, sich aber trotzdem locker lesen lässt. Trotz manch ernster Themen ist es eine Geschichte voll jugendlicher Energie, humorvoller Tollpatschigkeit, Freundschaft und Liebe.

Tips: Sie sagen, dass Ihnen das Schreiben dabei geholfen hat mit Problemen fertig zu werden und alten Ängsten den Rücken, zumindest einigermaßen, zu kehren.

Pauzenberger: Ich hatte in meiner Jugend ein einschüchterndes Erlebnis, das ich wahrscheinlich nie vergessen können werde. Auch wenn ich keinen körperlichen Schaden davon getragen habe, so bin ich mir ziemlich sicher, dass es mich in meiner weiteren Entwicklung geprägt hat. Eine Weile hatte ich danach große Angst, wenn ich alleine draußen war. Vor allem bei Dunkelheit. Da konnte im Winter sogar der kurze Weg vom Haus zur Bushaltestelle nervenaufreibend sein. Auch hatte ich Probleme damit, Vertrauen in Menschen – ausgenommen meiner Familie und meinen engsten Freunden – zu haben. Doch eine Psychotherapie, die uneingeschränkte Unterstützung und Liebe meiner Familie und später dann auch meines Freundes, haben mir geholfen, Herrin über meine Ängste zu werden. Ich lebe ein ganz normales, glückliches Leben. Als ich „Eisfunken: Gefährliche Melodien“ geschrieben habe, war mir gar nicht bewusst, wie sehr mich das Thema trotzdem noch beschäftigte. Das Schreiben hat mich einmal mehr die Erinnerungen verarbeiten lassen. Ich habe Marlena meine (und ein paar weitere) Ängste gegeben und sie daran wachsen lassen. Trotzdem sollte dieses Buch keinesfalls als eine Art Autobiografie gesehen werden. Es ist und bleibt ein Romantasy-Buch mit einer fiktionalen Geschichte.

Tips: Sind weitere Bücher geplant?

Pauzenberger: Ja. Es wird auf jeden Fall eine Fortsetzung, also einen zweiten Band geben. Wäre auch sehr fies von mir, wenn ich die Geschichte um Marlena und Valentin bei diesem Ende in Band 1 nicht weiterführen würde. Band zwei, „Feuerglimmen: Zerschundene Herzen“ wird hoffentlich bald erscheinen. Außerdem tüftle ich gerade an zwei weiteren Ideen: einer düsteren Märchenadaption und einem Liebesroman ganz ohne Fantasyelemente.

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