Treul möchte Abbaugebiet erweitern, Bürgerinitiative sieht Arten gefährdet

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In der Kiesgrube in Stadl-Paura werden mineralische Rohstoffe für Bauprojekte abgebaut. (Foto: Treul Welser Kieswerke)
Gertrude Paltinger, BSc Gertrude Paltinger, BSc, Tips Redaktion, 15.04.2021 16:05 Uhr

STADL-PAURA/GUNSKIRCHEN. Die Firma Treul sieht in der Erweiterung ihres Schotterabbaugebietes einen Versorgungsauftrag mit regionalen, mineralischen Rohstoffen und will das Areal nach dem Abbau wieder renaturieren. Eine Bürgerinitiative sieht das anders und hat 450 Unterschriften gesammelt.

Die Firma Treul Welser Kieswerke aus Gunskirchen, die seit über 60 Jahren auch Kies in Stadl-Paura abbaut, hat angesucht, ihr dortiges Abbaugebiet um 46,2 Hektar zu erweitern. Das würde der Firma den Schotterabbau für die nächsten 50 bis 60 Jahre sichern, ein üblicher Planungszeitraum für ein Kieswerk, wie Firmenchefin Ursula Huber-Wilhelm erklärt.

Widerstände regen sich

Dagegen gibt es aber Widerstände. Der Gemeinde ist der Abbauzeitraum zu lang und das Abbaugebiet zu groß, da die schon in einem Verfahren 2018 genehmigten Flächen (20 Hektar) noch nicht abgebaut sind. Bürgermeister Christian Popp versteht das Interesse der Firma, sich absichern zu wollen, und er weiß, dass mineralische Rohstoffe überall gebraucht werden: „Aber wir können nicht schon jetzt eine Entscheidung für die nächsten Generationen treffen.“ Außerdem setzt er sich dafür ein, den Ort vom Schwerverkehr zu entlasten und pocht auf eine Werksbrücke (bereits 2018 genehmigt) über die Ager mit Anbindung an die B1. Für die Firma Treul ist der Bau der Werksbrücke nur dann wirtschaftlich vertretbar, wenn das Abbaugebiet erweitert werden kann, erklärt Huber-Wilhelm. „Mir liegt die Natur sehr am Herzen und mir ist bewusst, dass wir in die Natur eingreifen. Aber wir roden in kleinflächigen Abschnitten nur, was für den Abbau unmittelbar gebraucht wird. Die Flächen werden dann sofort wiederbewaldet“, erklärt die Chefin des Familienunternehmens, wie der Abbau vonstatten geht. „Die oberste Bodenschicht wird abgetragen und nach dem Schotterabbau direkt wieder aufgebracht. Durch die Renaturierung entsteht auch wieder neuer Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten“, ergänzt Huber-Wilhelm und lädt jeden ein, sich das anzusehen.

Bürgerinitiative gegründet

Das Projekt hat auch eine Bürgerinitiative unter dem Sprecher Herbert Huss auf den Plan gerufen. Für die Parteistellung im Verfahren braucht es 200 Unterschriften, Huss hat 450 gesammelt. Auch eine internationale Umweltschutzorganisation und die Umweltanwaltschaft sind eingeschaltet.Huss, ein Stadlinger Naturschützer und Biologe, sieht im Abbaugebiet nicht nur das Naherholungsgebiet für die Bevölkerung, sondern auch den streng geschützten Gelbringfalter (Lopinga achine, Bild) gefährdet und bezieht sich dabei auf ein Gutachten. Schon allein die strengen EU-Artenschutzbestimmungen würden eine Genehmigung nicht erlauben. Geeignete Rekultivierungsmaßnahmen, um diese Schmetterlingspopulation retten zu können, seien bei Rodung dieses Waldes nicht möglich, erklärt er. „Es gibt Renaturierungen, wo sehr gute Ergebnisse erzielt wurden. Aber in diesem Fall wird das nicht funktionieren“, meint er. Für Huss ist es auch unverständlich, dass der Bau der Werksbrücke von der genehmigten Erweiterung abhängig gemacht wird. Unterstützt wird die Bürgerinitiative von den Grünen Wels-Land mit Ralph Schallmeiner. Er macht den Vorschlag, die Errichtung eines Förderbandes anstatt der Werksbrücke zu prüfen.

Vereinbarung sieht Brücke vor

Die Gemeinde hat nun eine Vereinbarung mit Treul getroffen, dass im Falle einer genehmigten Erweiterung verbindlich die Werksbrücke zu bauen ist und dass das noch nicht genutzte Abbaugebiet und der renaturierte Bereich der Bevölkerung als Naherholungsgebiet zur Verfügung stehen muss. Außerdem wird die Firma Treul die Flächen für einen Geh- und Radweg zum Riesenbergwald abtreten.

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