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WELs. Hermi Kürner und ihr Auto sind gemeinsam 161 Jahre alt. Dennoch haben sich die beiden nicht davon abhalten lassen, 3.000 Kilometer durch die ehemaligen Kronländer zu fahren.

Großartige Aussicht auf der Küstenstraße in Kroatien (Foto: Kürner)
  1 / 4   Großartige Aussicht auf der Küstenstraße in Kroatien (Foto: Kürner)

Das Reisen liegt der 71-jährigen Welserin im Blut. Jahrzehntelang führte sie mit ihrem Mann ein Autobusunternehmen und Reisebüro und auch jetzt kennt die lebenslustige Malerin weder Rast noch Ruh. Und so kam es, dass Anfang des Jahres in einer „feucht-fröhlichen“ Runde mit Oldtimerfreunden in Albanien die Idee zu einer Altösterreichtour geboren wurde. „Meine Freunde waren nicht überzeugt von meinen Erzählungen über Oldtimer und so versprach ich, mit meinem ältesten Mercedes aus dem Baujahr 1931 wiederzukommen“, schmunzelt Kürner.

Der Letzte seiner Art

Ende August war es dann soweit. Kürner und ihr Mercedes W 15, 170/6 – der letzte noch vorhandene von 500 Stück – machten sich auf Richtung Süden. Über die Steiermark nach Kroatien, auf der Küstenstraße Magistrale durch Bosnien und nach Montenegro und schließlich nach Albanien, „wo wir zur Erholung für Mensch und Maschine drei Tage am Meer verbrachten“, erzählt die abenteuerlustige Welserin. „In Tirana hatte ich mit meinen Freunden ein Treffen zu einer Ausfahrt vereinbart, die sich jedoch verzögerte, da mein Oldi albanisches Benzin absolut nicht verarbeiten konnte“, berichtet Kürner. „Natürlich war nicht nur mein Oldi, sondern auch ich die Sensation, immer mit der Frage, wie kann eine Frau alleine mit einem so alten Auto auf eine derartige lange Reise gehen. Wo sind der Werkstattwagen und die Begleitung?“, lacht Kürner und verrät ihr Geheimnis: „Nötige Streicheleinheiten, die ich jeden Tag meinem Oldi verpasste, sorgten für eine gute Zusammenarbeit.“

Berühmt für einen Tag

In der „Mercedesstadt“ Imotski in Kroatien (wo es 15.000 historische Mercedes gibt) sorgte die Welserin dann sogar für Schlagzeilen. „Hier war ich mit dem Präsidenten des Mercedes-Clubs verabredet, der bis zu meinem Eintreffen nicht glauben konnte, dass ich mit einem derartigen Unikat bei ihm auftauchen würde“, erzählt Kürner und freut sich: „Wir wurden direkt zur Schau gestellt, Reportagen erschienen und für kurze Zeit wurde ich in der Gegend berühmt!“ Einen kleinen Zwischenfall gab es aber dann doch noch, wo eine Art Werkstattwagen benötigt wurde: Nach der letzten Nacht in Gamlitz, 280 Kilometer vor Wels, wollte der Oldi dann doch nicht mehr. „Am Vortag hatte er schon immer wieder von irgendwo eine ‚falsche‘ Luft bekommen und gestottert und kurz vor dem Gleinalm Tunnel gab er schließlich den Geist auf“, schildert Kürner. „Schuld war ein kleines Schräubchen, das wir verloren haben, sodass der Schwimmer im Vergaserbehälter nicht mehr befestigt war“, erklärt Fachfrau Kürner, die den Vergaser kurzerhand selber zerlegt und mit vom Öamtc gelieferter Ersatzschraube auch wieder zusammenbaute. Nach einer Stunde wurde der Mercedes noch einmal gestreichelt, „ich gab Gas und ohne stottern fuhren wir nach Wels“, ist die 71-Jährige wieder wohlbehalten und voller schöner Eindrücke zuhause angekommen.

„Eine Frau kann das auch“

„Auch wenn wir beide schon einige Jahre auf dem Buckel haben, konnten wir zu Höchstleistungen auflaufen und allen Männern in der Oldtimerszene beweisen, dass ein Uralt-Oldi und eine Frau es auch können“, ist Hermi Kürner stolz und zufrieden.


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