Jugendliche „mischen mit“ – 72 Stunden ohne Kompromiss
WELS/LAMBACH/SIPBACHZELL. Bei Österreichs größter Jugendsozialaktion „72 Stunden ohne Kompromiss“, einem Projekt von Katholischer Jugend, youngCaritas und Hitradio Ö3, waren auch Jugendliche in Wels und Wels-Land im Einsatz. Unter dem Motto „Wir mischen mit“ tauchten sie in andere Lebenswelten ein.

Mit viel Elan arbeiteten fünf Schülerinnen des Kollegs für Sozialpädagogik für das Caritas-Projekt invita in Wels, wo Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wohnen und begleitet werden. Sie malten den Speiseraum frisch aus und zimmerten für den Innenhof Bänke, auf denen sie zum Abschluss ein Erntedankfest mit den Bewohnern feierten. Marlene (22) freute sich, dabei gewesen zu sein und fand den Einblick in eine Sozialeinrichtung spannend: „Unsere ganze Klasse machte mit und engagierte sich dank unserer Religionslehrerin!“
Kräuterschnecke für Wege
In der Caritas-Einrichtung Wege in Wels waren die vier engagierten Zivildiener der KJ OÖ im Einsatz: Sie organisierten Baumaterial, Kräuter und Blumen und bauten eine Kräuterschnecke. „Geht nicht, gibt´s nicht“ Ein ganz besonderes Projekt wurde der Landjugend Herzogsdorf zugetragen. Nicht umsonst, denn die sieben Erwachsenen sind seit dem letzten Durchgang von „72 Stunden ohne Kompromiss“ dafür bekannt, mit Montagebus und Anhänger anzureisen. Frei nach dem Motto „Geht nicht, gibt’s nicht“ packten die Herzogsdorfer dieses Jahr im Garten und Haus von Nicole an. Nicoles Mann ist unheilbar krank. Sie muss arbeiten, um ihre Familie zu ernähren und hat somit wenig Zeit, sich um Haus und Garten zu kümmern. „Ich hab das Gefühl gehabt, hier wirklich etwas bewirken zu können. Nicole war dankbar für unsere Hilfe. Sie hat uns gesagt, dass sie die Arbeiten, die wir für sie erledigt haben, in einem Jahr nicht geschafft hätte. Wir sind froh, dass wir ihr helfen konnten – das hat einen Sinn“, sagt Klaus (23). In 72 Stunden wurde der Garten von Nicoles Familie auf Vordermann gebracht: Bäume zurückgeschnitten und Unkraut gejätet. Im Haus wurde einiges entrümpelt, Steckdosen und Lampen angeschlossen und Trennwände aufgestellt.
Nachhaltigkeitsprojekt
Im Jugendprojekt „Kernzone Wels“ wurde in den 72 Stunden gemeinsam mit Einzelhändlern und Einrichtungen in Wels ein Nachhaltigkeitsprojekt initiiert. „Wir haben unterschiedliche Aufgaben im Sozialbereich bekommen. Besonders gern habe ich im Café Strasser beim Kochen und Servieren der Speisen geholfen“, erzählte die 16-jährige Nora, nachdem sie alle Stationen durchlaufen hatte.
Wuzler gestaltet
14 Schüler der ersten Klasse der Handelsakademie Stift Lambach tauchten für 72 Stunden in eine Welt der Gegensätze und des Miteinanders ein. Ihnen wurden drei gebrauchte Tischfußballtische zur Verfügung gestellt, auf denen sie drei Motive abbilden sollten: FairPlay, Klimagerechtigkeit und die Sternsingeraktion der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar. Die Spielfelder sollten stellvertretend für Konfliktlinien und Herausforderungen in unserer globalisierten Gesellschaft stehen: arm und reich, miteinander und gegeneinander, Co2-Ausstoß versus Klimaneutralität, Gewinner und Verlierer. „Im Projekt war es mir besonders wichtig, den Blick von Österreich bzw. Europa weg auf die ganze Welt auszuweiten. Es gibt sehr unterschiedliche Startvoraussetzungen im Leben. Eine Tatsache ist aber, dass das Zusammenleben auf unserer Erde nur miteinander gelingt und nicht im Gegeneinander“, erklärt Projektinitiator Ludwig Frauenberg. Die Tische stehen in Kürze bei der Katholischen Jungschar der Diözese Linz gegen eine Gebühr im Verleih zur Verfügung. Der Erlös kommt den Projekten der Dreikönigsaktion zugute.


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