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WELS. Binnen weniger Stunden erwischte die Polizei zwei Drogenlenker bei einer Schwerpunktkontrolle. Dem nicht genug, geht auch die Tempobolzerei wieder los, heißt es seitens der Polizei.

Der 30er ist für viele nur ein Vorschlag. (Foto: Tips)
Der 30er ist für viele nur ein Vorschlag. (Foto: Tips)

Beide Lenker hatten sich noch kurz vor der Fahrt einen Joint reingezogen. Einer der beiden hatte sogar noch seine Freundin und zwei Kleinkinder im Auto. Entsprechende Anzeigen sind gemacht. Die Welser Polizei hat in den letzten Monaten speziell geschulte Beamte bei den Kontrollen eingesetzt, trotzdem ist der Zuwachs bei den erwischten Lenkern „mehr als bedenklich“, sagt Chefinspektor Andreas Weidinger, Leiter des Verkehrsreferates beim Welser Stadtpolizeikommando. Ein weiterer speziell geschulter Beamter wird in Wels dazukommen, und nicht nur Alkolenker – deren Zahl bleibt konstant – sondern eben die durch Suchtgift beeinträchtigen Fahrer aus dem Verkehr ziehen: „Die Zahl der erwischten Drogenlenker steigt weiter“, so Weidinger.

72 km/h in der 30er-Zone

 Das gilt auch für die Tempobolzerei in der Stadt. Ein Beispiel. Auf der Wimpassingerstraße, ab der Kreuzung Römerstraße, meldeten sich Anrainer, dass in der 30er-Zone viel zu schnell gefahren wird: „Wir wollten uns das näher ansehen und haben Beamte zur Geschwindigkeitsmessung in diesen Bereich abgestellt. Die Bilanz nach wenigen Tagen waren insgesamt 330 Übertretungen. Die meisten zwischen 40 und 50 km/h, aber wir hatten auch einen mit 72 und einen mit 71 km/h“, fasst Weidinger die Kontrolltätigkeit nur in diesem Bereich zusammen. Vor allem aus den 30er-Zonen in der Nähe von Schulen kommen immer wieder Klagen von Anrainern. „Wir werden die Tempokontrollen weiter verstärken. Sobald es ein bisschen wärmer wird, wissen wir, dass wieder auf das Gaspedal gedrückt wird, und das vor allem auf den Hotspots, wie der Salzburgerstraße“, so der Chefinspektor. Es muss gar nicht wärmer werden, um zu rasen. Es genügen auch Minustemperaturen. So erwischten die Beamten jüngst einen 40-jährigen Mann mit 103 km/h am frühen Nachmittag. Weidinger, der für die Volkspartei im Gemeinderat sitzt, bleibt bei seiner Forderung nach einer stationären Radaranlage beim Sternhochhaus: „Es ist alles budgetiert und beschlossen. Es braucht die Umsetzung“.

 

Tips Leser Gerhard Maier schildert seine Eindrücke von einer 30er-Zone in Wels-Pernau:

 Die Negrellistraße wurde im Zuge des Kindergarten-Neubaus verkehrsberuhigend verschmälert, Bäume wurden auf den neu geschaffenen Inseln gepflanzt, Bodenmarkierungen und Verkehrsschilder, die unübersehbar auf die 30 km/h hinweisen, wurden neu platziert. Leider wurde die Rechnung ohne Wirt gemacht, das heißt, ohne den Verkehrsteilnehmern, die das Speedlimit nicht mal ignorieren und es eher als unverbindliche Empfehlung interpretieren. Auch Lenker von Fahrzeugen des öffentlichen Dienstes mischen sich darunter. Besonders prekär stellt sich alles nach Schulschluss dar, wenn viele Schüler Richtung Süden auf der Negrellistraße strömen. Bedingt durch die zeitweilige Baustelle am Ende der Zeppelinstraße musste der Schwerverkehr aus Richtung Industriegelände zwangsläufig auf die Negrellistraße umgeleitet werden, auch viele dieser Lenker gehören zu diesen 30er-Ignoranten mit entsprechendem Gefahrenpotential. Seltsamerweise haben viele dieser Schwerfahrzeuge diese Ausweich­route zwischenzeitlich lieb gewonnen, obwohl die Zeppelinstraße Richtung Schwarzmüller längst wieder frei befahrbar wäre. Daher mein dringender Appell an die Verantwortlichen: trefft bitte Maßnahmen, um diese permanenten Überschreitungen des 30 km/h-Limits in diesem sehr sensiblen Wohngebiet abzustellen.


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