Ukrainische Familie ist bei Verwandten in Sicherheit
STADL-PAURA. Eine unglaublich große Hilfsbereitschaft und Solidarität haben zwei ukrainische Frauen und ihre Kinder erlebt, nachdem sie zu ihren Verwandten nach Stadl-Paura geflüchtet sind.

Die Schwestern Tanja und Olga und die Kinder Margarita (10), Dmitro (4) und Michail (4 Monate) aus der Stadt Czernowitz sind jetzt in Sicherheit vor dem Krieg in der Ukraine. Sie sind fünf der vielen Flüchtlinge, die in diesen Tagen im Land ankommen. Sie konnten vor einigen Tagen in Stadl-Paura in eine leerstehende Gemeindewohnung ziehen.
Zu verdanken ist das ihren österreichischen Verwandten, der Familie Sallaberger, und der großartigen Hilfsbereitschaft der Stadlinger, allen voran Bürgermeister Christian Popp. Viele haben Kleidung, Möbel, Hausrat und Lebensmittel gespendet. Sogar ein Fahrrad hat der Vierjährige bekommen. Die Mitglieder der örtlichen Feuerwehr haben die Wohnung innerhalb weniger Tage hergerichtet.
Von Verwandten abgeholt
Geholt hat die Flüchtlinge Jaroslav Sallaberger, der seit über 30 Jahren in Österreich lebt und mit der Österreicherin Bettina verheiratet ist. Gleich nach Ausbruch des Krieges haben sich er und seine Schwiegertochter mit zwei Autos auf den Weg gemacht, jene Verwandten aus der Ukraine zu holen, die weg wollten und konnten.
Endlich in Österreich
Tanja und Olga, ihre Kinder und männliche Verwandte haben zuerst viele Stunden versucht, mit dem Auto nach Rumänien zu gelangen. Da aber wehrfähige Männer nicht ausreisen dürfen, haben sich die Frauen und die Kinder zu Fuß auf den Weg über die Grenze gemacht. Nach zwei Stunden Fußmarsch mit dem nötigsten Gepäck und langer Wartezeit in der Kälte haben sie sich mit ihren österreichischen Verwandten an der ukrainisch-rumänischen Grenze treffen können.
„Wir hatten Angst und haben viel geweint“, erzählen die Frauen von ihrer Flucht. Nach insgesamt 42 Stunden mit nur zwei Stunden Schlaf und insgesamt 2.500 gefahrenen Kilometern ist Jaroslav mit seinen Verwandten in Oberösterreich angekommen. Drei weitere Verwandte aus der Ukraine, die sich schon in Rumänien aufhielten, hat man auch mitgenommen.
Ein schrecklicher Krieg
Die Situation in der Ukraine ist schrecklich, wissen die Frauen zu berichten. In ihrer Heimatstadt (die im Westen liegt) sei die Situation bei ihrer Abreise noch besser gewesen, Fliegeralarm gab es aber auch dort. Da auch die Flüchtlingsbewegungen innerhalb des Landes enorm sind, sind jetzt auch in ihren Wohnungen schon Menschen untergebracht, erzählen die Frauen in einer Mischung aus Englisch und Ukrainisch, Jaroslavs Mutter, die 82-jährige Elisabeth Baliouk, übersetzt.
Kontakt mit der Heimat
Und auch wenn die fünf jetzt in Sicherheit sind, die Gedanken sind nur bei der Familie in der Ukraine. Der Kontakt zur Mutter und zu den Vätern der Kinder kann via Telefon noch aufrecht erhalten werden. „Wir machen uns Sorgen um unsere Familie und wollen sobald es geht wieder zurück“, sagt Tanja mit Tränen in den Augen.
Sehr dankbar
„Wir sind sehr dankbar für die großartige Hilfe hier“, zeigt sich Olga gerührt von der großartigen Gastfreundschaft und möchte sich auch über die Tips bei den Spendern, bei der Gemeinde und den Helfern der Feuerwehr Stadl-Paura bedanken.
„Wir hatten schon länger geplant, einander zu besuchen, durch Corona war das leider nicht möglich. Dass wir uns jetzt unter solchen Umständen wiedersehen, ist einfach schrecklich“, fügt Bettina Sallaberger hinzu.
In der Ukraine sind Tanja und Olga Lehrerinnen. Zusammen mit den Kindern versuchen sie jetzt, etwas Deutsch zu lernen.


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