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WELS. Für Gegner sind die Aktivisten der „Initiative gegen Faschismus“ (Antifa) ein rotes Tuch. Sie mahnen gegen Rechtsradikalismus und Fremdenhass und sind mit ihrer Zivilcourage ein Stachel im Fleisch der Andersdenkenden. Mit einer Feier und Festschrift feierte die Gruppe ihren 40. Geburtstag.

Obmann Werner Retz und Vorstandsmitglied Chistian Stöbich. l (Foto: Anitfa)
Obmann Werner Retz und Vorstandsmitglied Chistian Stöbich. l (Foto: Anitfa)

Werner Retzl ist Obmann der Initiative. Der 40. Geburtstag ist keineswegs ein Moment innezuhalten, sondern ein Auftrag für die Zukunft: „Wir werden weiter den Finger in die Wunde legen.“ Wunde heißt Rechtsradikalismus und Fremdenhass. Sie setzen sich für Demokratie und Menschenrechte ein. Das passiert nicht nur bei der alljährlichen Gedenkkundgebung anlässlich der Reichspogromnacht im November 1938. Sie sind unbequem im positiven Sinn und sagen ihre Meinung. So auch bei der Kandidatur von FP-Bürgermeister Andreas Rabl als stellvertretender Vorsitzender des Linzer Bürgermeisters Klaus Luger (SP) als Vorstand des Shoah-Gedenkvereins Yad Vashem. Die Antifa kritisierte nicht nur Rabl, sondern auch jene SP-Politiker, die hier gemeinsame Sache machen.

Geburtsstunde

Am 31. März 1984 trafen sich in Wels junge Leute aus verschiedenen Organisationen, um eine Landeskonferenz der Neonazi-Partei NDP im damaligen Gasthaus „Kaiserkrone“ zu blockieren. Es sollte die erste gemeinsame Aktivität von sehr vielen folgenden sein, denn dieser Frühlingstag war die Geburtsstunde der Welser Antifa, erinnert sich der langjährige Obmann Robert Eiter.

Zu nationaler Berühmtheit gelangte die Initiative mit der Diskussion rund um die Beseitigung der braunen Flecken in Wels. Mit dem damaligen SP-Bürgermeister Karl Bregartner lag man im Dauerkonflikt. Bemerkenswert waren die Dauer (etwa zehn Jahre) und die Intensität des Konflikts. „Die Welser Antifa hat letztlich gegen sehr harte Widerstände die Entfernung der „braunen Flecken“ durchgesetzt, obwohl das lange als völlig chancenlos galt. Die Folge war keine „Auslöschung von Geschichte“, sondern die vielfältige Aufarbeitung der Welser NS-Vergangenheit in Zusammenarbeit der Antifa und der Stadt als Welser Modell“, erzählen Retzl und Eiter. Diese Zusammenarbeit ist seit der Wahl von FP-Mann Rabl zum Bürgermeister 2015 ausgesetzt.

In den 40 Jahren setzte sich die Gruppe für viele Sachen ein. Das jüngste Beispiel ist der Entfernung von historisch belasteten Straßennamen. Sie lassen nicht locker und gehen beharrlich ihren Weg. Sie beklagten Rassismus in Lokalen, setzten sich gegen die Erlebnisflohmärkte zu Wehr, in der viele NS-Devotionalien offen verkauft wurden. Die Liste ist lang. „Wir haben gelernt, nicht rasch aufzugeben, sondern unsere Ziele hartnäckig und kreativ zu verfolgen. Wir wollen noch lange weiterarbeiten: für Demokratie und Menschenrechte, gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“, so die Herren.


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