Kinder vor Gewalt aller Art schützen: Tandem bietet Hilfe für die Betroffenen
WELS. Das Team des Kinderschutzzentrums Tandem hilft Kindern und Jugendlichen, die von körperlicher aber auch seelischer Gewalt betroffen sind. Und gerade das Thema psychische Gewalt spielt bei den Beratungen und Hilfestellungen eine immer größere Rolle.

„Familien in Krisensituationen – im Kontext von psychischer, physischer und sexueller Gewalt – werden beratend und therapeutisch unterstützt. Ziel ist es, Eltern, Kindern und Jugendlichen deren eigene Kompetenzen und Ressourcen bewusst zu machen, um sich gesund zu entwickeln und zukünftigen Herausforderungen gestärkt zu begegnen“, so beschreibt das Kinderschutzzentrum ihr Aufgabengebiet. Das Wohl des Kindes steht im Vordergrund. Im Zentrum des Handelns steht der Einsatz für Gewaltfreiheit (körperlich, sprachlich, strukturell) in Erziehung und Beziehung.
Emotionale Gewalt nimmt zu
Die Aufgaben werden nicht weniger, sondern mehr. Denn das Thema emotionale Gewalt drängt weiter nach vorne: „Man muss davon ausgehen, dass es sich bei der Vernachlässigung um die häufigste, aber auch am häufigsten übersehene Form der Kindesmisshandlung handelt“, heißt es seitens des Fachteams. Kinder bekommen nicht die Aufmerksamkeit, die sie für eine positive Entwicklung brauchen. Neben der Vernachlässigung steigt aber auch die Erniedrigung, Demütigung oder Bloßstellen. Die Kinder fühlen sich seelisch abgewertet und reagieren auch mit negativer Entwicklung. Körperliche und seelische Probleme folgen: „Bei den Demütigungen geht es in erster Linie um die Intensität und um die Dauer“, so das Fachteam. Die Beratungen in diesen Bereichen steigen immer mehr an.
Sichere Umgebung
In den Räumlichkeiten des Kinderschutzzentrums wird den Betroffenen in einer sicheren Umgebung geholfen. Hier wird eine Perspektive gegeben, um den Turnaround zu schaffen. Doch in vielen Bereichen stößt das Team an Grenzen, vor allem finanzieller Natur: „Die Unterstützung durch die öffentliche Hand funktioniert und wir können die Beratungen machen. Aber es braucht auch oft Ausstattung mit Therapiepuppen und die kosten, beispielsweise einen mittleren dreistelligen Betrag“, erklärt die Geschäftsführerin Daniela Schindler. Eine Klimaanlage in den Räumlichkeiten wäre auch notwendig, denn es wird in den Sommermonaten unerträglich heiß. Die Beratungen und Hilfestellungen können durchgeführt werden, aber die Infrastruktur mit eben Puppen, Möbel und weiteren Dingen des alltäglichen Lebens gehört dringend verbessert.


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