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WELS. „Einer weniger!“ stand in einem Facebook-Kommentar unter einem OÖN-Artikel über die Gedenkkundgebung nach der tödlichen Messerattacke auf einen jungen Afghanen in Linz. Die Welser Initiative gegen Faschismus erstatte Anzeige. Besonders brisant: Das Posting wurde unter dem Namen eines Mannes veröffentlich, der in der Welser Feuerwehr tätig ist. Die Feuerwehr reagierte sofort und stellte klar, dass er nicht mehr Mitglied ist.

Kurz gemeldet (Foto: Tips)
Kurz gemeldet (Foto: Tips)

„Hass im Netz muss bekämpft werden!“, stellt Antifa-Vorsitzender Werner Retzl fest. „Wenn es so weitergeht mit der Verrohung der Sprache, ist Gewalt gegen Minderheiten bald wieder an der Tagesordnung“. Unter dem angezeigten Posting reagierte eine Bekannte: „Alter … du bist bei der Feuerwehr Wels und postest sowas“. Der mutmaßliche Täter hat schon mehrfach fremdenfeindliche Postings von FPÖ-Politikern verbreitet.

„Kein aktives Mitglied in der Organisation“

Die Feuerwehr Wels veröffentlichte folgende Stellungnahme:

Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wels distanziert sich ausdrücklich von menschenverachtenden Aussagen bzw. Gedankengut und somit auch von den getätigten Aussagen jenes ehemaligen Mitglieds.

Weder in unseren eigenen Reihen noch bei den Hilfesuchenden, die unsere Unterstützung benötigen, spielen Religion oder Herkunft eine Rolle. Dies ist auch ein zentraler Punkt in unserem Leitbild ( https://www.feuerwehr-wels.or.at/organisation/leitbild/). Dieses Leitbild ist in unserer Kameradschaft bereits ab der Feuerwehrjugend ein zentrales Element für unser Miteinander und unsere Tätigkeit.

 In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass jene Person kein aktives Mitglied unserer Organisation mehr ist. Auf den Inhalt seines Facebook-Profils haben wir leider ebenso wenig Einfluss wie auf die Aussagen oder Kommentare, die er tätigt. Auch wenn wir derartige Aussagen zutiefst verurteilen, haben wir hier als Freiwillige Feuerwehr Wels leider keine Möglichkeit, darauf Einfluss zu nehmen.

 

Reaktion der Welser Antifa

„Wir freuen uns über die prompte und unmissverständliche Reaktion des leitenden Feuerwehr-Kommandanten von Wels und sind froh, wenn auch in dieser wichtigen Blaulichtorganisation Null-Toleranz gegenüber Hetze und Fremdenfeindlichkeit gelebt und vermittelt wird. Zur weiteren Entwicklung werden wir die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft Wels abwarten. Dieser Vorfall zeigt, wie wichtig eine breite öffentliche Debatte zum Thema „Hass im Netz“ und eine klare Grenzziehung zu Rassismus und Rechtsextremismus sind“, betont der Antifa-Vorstand einhellig. Ein Telefonat mit dem Kommandanten hat stattgefunden.

 


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